Bund hält sich bedeckt

Schuldennachlass für Griechenland?

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz sieht die griechische Wirtschaft auf einem guten Weg. Foto: Wolfgang Kumm

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will vor einer Entscheidung über finanzielle Erleichterungen für das hochverschuldete Griechenland die Überprüfung der bisherigen Reformschritte abwarten.

"Ziel ist, dass das Anpassungsprogramm, das derzeit läuft, gut abgeschlossen wird", sagte ein Sprecher von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) in Berlin. Griechenland habe "wirklich entscheidende Reformschritte umgesetzt". Die Wirtschaft wachse wieder, die Arbeitslosigkeit sinke.

Das dritte Hilfspaket für Griechenland seit 2010 in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro läuft im August aus. Athen hofft, bis dahin das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewonnen zu haben, um sich wieder selbst Kapital beschaffen zu können.

Regierungschef Alexis Tsipras ist zuversichtlich, dass man ab August finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen kann. In den kommenden Monaten muss Athen viele Bedingungen für die Hilfen erfüllen, vor allem Privatisierungen.

Nach einem Bericht des "Handelsblatts" schlägt unter anderem Frankreich Schuldennachlässe und eine Verlängerung der Hilfskredite mit Deckelung der Zinsen vor, indem diese etwa an die Wirtschaftsentwicklung des Landes gekoppelt werden.

Der Sozialist Tsipras hat einen guten Draht zur SPD - und dürfte daher auf ein Entgegenkommen von Scholz hoffen. Erleichterungen könnten zudem helfen, dass Athen leichter Geld an den Finanzmärkten bekommen könnte.

Nach der Fast-Pleite liegt Griechenlands Schuldenlast bei knapp 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts - bei Deutschland sind es gut 64 Prozent. Mit diesem Wert liegt aber auch die Bundesrepublik über der in den europäischen Verträgen vereinbarten Obergrenze von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung. Diese soll die Stabilität des Euros sichern.

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