Saudi-Arabien will steigende Ölpreise stoppen

Riad - Weltweit steigt der Ölpreis. Viele Menschen beschweren sich über die hohen Benzin- und Heizkosten. Dagegen will der wichtigste Ölförderer Saudi-Arabien nun vorgehen und hat schon ein Konzept. 

Das weltweit wichtigste Ölförderland Saudi-Arabien will mit einer Ausweitung seiner Fördermenge den Höhenflug der Ölpreise stoppen und einen Preisrückgang einleiten. Hierfür sollen künftig die Ölexporte in die USA ausgebaut und zuletzt stillgelegte Ölfelder reaktiviert werden, berichtet die „Financial Times“ (Dienstag) und bezieht sich auf eine Mitteilung der saudischen Regierung vom Vortag. Das Königreich wolle die Ölpreise wieder auf „ein faires Niveau“ zurückführen, zitiert die Zeitung aus einem Kabinettsbeschluss.

Als Zielmarke gab die saudische Regierung laut dem Pressebericht einen Ölpreis bei etwa 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) an. Aktuell steht der Preis für Nordsee-Öl bei mehr als 124 Dollar. US-Rohöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) kostet je Fass mehr als 107 Dollar. „Hohe Ölpreise (...) können zu negativen Effekten für die Weltwirtschaft führen“, zitiert die Zeitung weiter aus dem Kabinettsbeschluss. Die „Financial Times“ beruft sich bei den Aussagen auf die offizielle saudi-arabische Nachrichtenagentur.

Nach Einschätzung der Commerzbank sind die saudi-arabischen Öllieferungen in die USA bereits in den vergangenen Wochen massiv gestiegen. Die Rohstoffexperten der Commerzbank beziehen sich auf Daten der US-Energiebehörde EIA. Demnach sind die saudischen Ölexporte in die größte Volkswirtschaft der Welt „in den ersten zehn Wochen des Jahres 2012 um 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 1,5 Millionen Barrel pro Tag gestiegen“. Das sei der höchste Stand seit Mitte 2008.

Die Tendenz steigender Ölexporte aus Saudi-Arabien scheine sich im März fortzusetzen, hieß es weiter bei der Commerzbank. Seit Monatsanfang sollen weitere neun Supertanker mit einem Fassungsvermögen von zwei Millionen Barrel mit Ziel US-Golfküste gebucht worden sein.

Seit Beginn des Jahres ist der Preis für Nordsee-Öl der Sorte Brent von 107 Dollar auf zeitweise etwa 127 Dollar Anfang März gestiegen. Der Preis für US-Öl sprang im gleichen Zeitraum von etwa 98 Dollar auf zeitweise mehr als 110 Dollar. Volkswirte äußerten sich zuletzt zunehmend besorgt, dass der rasche Anstieg der Ölpreise zu einer ernsten Bedrohung für die Weltwirtschaft werden könnte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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