Rentensystem bisher kaum von Krise getroffen

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Die Pensionäre in Deutschland haben gut lachen: Nach einer OECD-Studie ist das Rentensystem der Bundesrepubliiik von der Wirtschaftskrise bisher kaum tangiert.

Berlin - Das deutsche Rentensystem hat die Finanz- und Wirtschaftskrise nach einer OECD-Studie bislang weitgehend unbeschadet überstanden.

Deutschland stehe im OECD-Durchschnitt vergleichsweise gut da, sagte OECD-Rentenexpertin Monika Queisser. Dank Kurzarbeit etwa sei die Arbeitslosigkeit noch nicht so deutlich gestiegen. Dadurch stehe die gesetzliche Rentenversicherung derzeit weniger stark unter Druck als in den meisten anderen OECD-Staaten.

Bei der privaten Alterssicherung habe der Gesetzgeber eine Reihe von Sicherheitslinien eingezogen, durch die sie besser geschützt sei als in vielen anderen Ländern.

Eine neue Studie der OECD befasst sich mit den Auswirkungen von Kapitalmarktkrise, wachsender Arbeitslosigkeit und drastisch steigender Staatsausgaben auf die Rentensysteme der 30 Mitgliedsstaaten. Kein Land und kein System seien immun gegen die Krise, sagte Queisser. Dies gelte für kapitalgedeckte, aber auch für umlagenfinanzierte Renten.

Besonders betroffen seien Systeme, die am Kapitalmarkt und hier vorwiegend in Aktien anlegten. Hart treffe es Arbeitnehmer kurz vor der Rente, die für ihre Alterssicherung vor allem auf Aktien gesetzt haben. Dagegen hätten jüngere Arbeitnehmer in der Regel noch nicht so viel angespart und länger Zeit, die Verluste wieder wettzumachen. Rentner, die bereits eine Alterssicherung bezögen, seien am wenigsten betroffen.

In Deutschland fußt die Altersvorsorge auf den drei Säulen der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung, der privaten und betrieblichen Alterssicherung. Das Vertrauen in die private Vorsorge ist laut OECD trotz Krise kaum getrübt worden. Pensionsfonds verfolgten hierzulande eine eher konservative Anlagestrategie.

Dank staatlicher Förderung zahlten mehr Geringverdiener freiwillig in eine private Altersvorsorge ein als in anderen Ländern. Für betriebliche Renten stehe der Pensionssicherungsverein ein.

Mit Blick auf die Rentenreformen der vergangenen Jahre weist die OECD darauf hin, dass ein Durchschnittsverdiener in Deutschland nach 45 Beitragsjahren aus der gesetzlichen Rentenversicherung 43 Prozent seines Bruttoeinkommens bekommt. Im Durchschnitt aller OECD-Länder sind es mit 71,9 Prozent bedeutend mehr.

Die erst vergangene Woche beschlossene Schutzklausel, die deutsche Rentner auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten vor Rentenkürzungen bewahren soll, sei in der momentan Situation vernünftig, sagte Queisser. Die finanzielle Nachhaltigkeit des Systems sei damit aber schwieriger zu erreichen.

Trotz der Verwerfungen an den Finanzmärkten bleibe die kapitalgedeckte Sicherung angesichts der demografischen Veränderungen eine wichtige Ergänzung zur umlagefinanzierten Rente, sagte die OECD- Expertin. “Der Weg, ein gemischtes Rentensystem zu haben, ist der richtige - Krise hin oder her.“

dpa

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