Regierung erhöht Wachstumsprognose: Weniger Arbeitslose

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Ein Arbeiter führt in Berlin bei der Zerlegung und Demontage einer U-Bahnbrücke der Linie U2 im Stadtteil Prenzlauer Berg Schweißarbeiten durch (Archivbild). Die Bundesregierung hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 2,3 auf 2,6 Prozent erhoeht.

Berlin - Die deutsche Konjunktur brummt trotz Ölpreissteigerungen und Japan-Krise. Die Bundesregierung erhöhte am Donnerstag ihre Prognose für das diesjährige Wirtschaftswachstum von 2,3 auf 2,6 Prozent.

“Frühlingszeit ist Aufschwungzeit“, sagte ein sichtlich zufriedener Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in Berlin. Die Zahl der Erwerbstätigen werde 2011 einen neuen Rekordstand von 40,9 Millionen erreichen. Die Arbeitslosigkeit soll auf 2,9 Millionen Menschen oder 6,9 Prozent schrumpfen.

Brüderle schloss sich der Forderung aus der Gemeinschaftsdiagnose der Wirtschaftsforscher an, die “kalte Progression“ zu beseitigen, also inflationsbedingte Steuererhöhungen. Finanziert werden könne dies aus Mitteln, die bei der Bundesagentur für Arbeit für Weiterbildung und Qualifikation frei würden. Er wünsche sich vor der Bundestagswahl 2013 noch eine Steuersenkung. Im übrigen habe aber die Konsolidierung der Haushalte Vorrang. Die Wachstumsprognose bildet die Grundlage für die große Steuerschätzung des Staates im Mai.

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In einigen Gegenden des Landes sei bereits ein Fachkräftemangel entstanden, fügte Brüderle hinzu. Die stärksten Impulse kämen von der Binnennachfrage. Ihr Beitrag zum Wachstum werde auf über 80 Prozent steigen. “Das konjunkturelle Hoch über Deutschland ist stabil“, sagte er weiter. Japan spiele keine große Rolle für die deutsche Wirtschaft.

Eine “Aufwärtsspirale“ sei in vollem Gang. Eineinhalb Jahre schwarz-gelbe Koalition bedeuteten eine erfolgreiche Wachstumspolitik. Die 2,6 Prozent seien noch vorsichtig gerechnet. Für das kommende Jahr rechnet Brüderle mit einer Abflachung auf 1,8 Prozent Wachstum.

Noch im Januar hatte Brüderle in seinem Jahreswirtschaftsbericht für 2011 nur mit 2,3 Prozent Wachstum gerechnet. Doch auch andere Volkswirte haben ihre Schätzungen mittlerweile heraufgesetzt.

Die Inlandsnachfrage gewinne zunehmend an Kraft, ergänzte Brüderle. Das mache die deutsche Wirtschaft widerstandsfähiger. Der Außenbeitrag, also der Leistungsbilanz-Überschuss, werde 2011 statt 1,3 Prozentpunkte wie 2010 nur noch 0,5 Prozentpunkte und 2012 nur noch 0,3 Prozentpunkte am Wachstum betragen.

dapd

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