Börsenbetrug: Razzia wegen Insiderhandels

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Über 200 Polzeibeamte waren im Einsatz.

München - Mit einer groß angelegten Razzia und Durchsuchungen von mindestens 86 Objekten sind internationale Ermittler gegen ein mögliches Netzwerk von Börsenbetrügern vorgegangen.

Beteiligt an der Aktion am Mittwoch waren elf Staatsanwälte, zehn Mitarbeiter der Finanzaufsicht Bafin und über 200 Polizeibeamte, wie der Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft, Thomas Steinkraus-Koch, der dpa am Donnerstag sagte.

Insgesamt habe man 53 Objekte in Deutschland und 33 im Ausland durchsucht, davon vier außerhalb Europas. Es werde gegen mehrere Personen ermittelt. Angaben zu Tatverdächtigen oder Betroffenen wollte der Sprecher nicht machen.

Kern der Ermittlungen ist der Verdacht auf Insiderhandel bei Börsengeschäften. Kurse seien - zum Teil mittels Publikationen - beeinflusst worden. Der Staatsanwalt sprach von Parallelen zum SdK-Skandal: “Es handelt sich um ein neues Verfahren und anders gelagerte Vorwürfe, aber es gibt Überschneidungen in der Vorgehensweise.“

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Im SdK-Skandal um Aktienkursmanipulation und Insiderhandel steht derzeit der Ex-Vizechef der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Markus Straub, vor dem Landgericht München. Zusammen mit einem mitangeklagten Herausgeber von Börsenbriefen soll er Aktienkurse von unternehmen gezielt beeinflusst und damit ein Vermögen verdient haben. Er weist die Vorwürfe zurück.

Straub war von 1999 bis zu seinem Rücktritt 2008 im Vorstand der SdK und hatte ein hohes Ansehen bei vielen Aktionären. Laut Anklage nutzte er seine Funktion aber auch für eigene Interessen: Unter anderem soll er 2006 mit seinem Privatvermögen auf fallende Kurse bei einem Motorenhersteller gesetzt und daraufhin Anlegern geraten haben, die Aktie zu verkaufen. Durch den Kursrutsch legten seine Optionen auf fallende Kurse um mehr als eine halbe Million Euro an Wert zu.

Bislang galten die Ermittlungen gegen Straub, einen mutmaßlichen Mittäter sowie weitere Beteiligte einer Clique aus Aktionärsvertretern und Finanzautoren als der größte Schlag gegen organisierte Kursmanipulationen in Deutschland.

dpa

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