Debakel um Galaxy Note 7

Ratingagentur: Samsung droht langwieriger Imageschaden

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Samsung-Store in London: Den südkoreanischen Konzern kostet das Debakel um sein Smartphone Galaxy Note 7 viel Geld - noch schwerer wiegt womöglich der Imageschaden. Foto: Andy rain/Symbolbild

Samsung kostet das Debakel um sein Smartphone Galaxy Note 7 viel Geld. Noch schwerer könnte jedoch der Imageschaden wiegen. Eine Ratingagentur warnt vor der Abwanderung von Kunden zur Konkurrenz.

Seoul (dpa) - Samsung muss nach Ansicht der US-Ratingagentur Fitch durch das Debakel um sein Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 einen langwierigen Imageschaden befürchten.

Dieser Verlust an Ansehen könne für den südkoreanischen Smartphone-Marktführer letztlich ein größeres Risiko für die Kreditwürdigkeit bedeuten als die finanziellen Auswirkungen durch Rückrufe und Produktionsstopp. "Die Probleme mit dem Flaggschiff-Modell haben Schwächen im Entwicklungsbereich und bei der Fähigkeit des Unternehmens aufgedeckt, die ernsten Hardware-Fehler in den Griff zu bekommen", kommentierten die Analysten von Fitch Ratings.

Unterdessen weitete Samsung seinen Rückruf des Note 7 in den USA auf sämtliche Austauschgeräte aus, die eigentlich als sicherer Ersatz für die erste Version angeboten worden waren. Samsung habe 96 Berichte über überhitzte Akkus in Note-7-Geräten in den USA erhalten einschließlich 23 neuer Berichte seit der Rückruf-Ankündigung am 15. September, teilte die US-Verbraucherschutzbehörde (CPSC) mit. Kunden sollen eine Gutschrift von 100 Dollar bekommen, wenn sie sich dabei für ein anderes Samsung-Modell entscheiden.

Auch in Südkorea begann die zweite Rückrufaktion, bei der die Kunden ebenfalls entweder das Geld für ihr Note 7 zurückerhalten, es gegen ein anderes Samsung-Smartphone umtauschen oder dafür ein Konkurrenz-Modell erhalten können.  

Der Konzern hatte am Dienstag das Smartphone endgültig vom Markt genommen, nachdem auch vermeintlich sichere modifizierte Geräte in Brand gerieten. Seit Anfang September lief bereits eine weltweite Umtauschaktion für die erste Version.

Fitch betonte jetzt allerdings, dass es eher unwahrscheinlich sei, dass die Pannenserie beim Note-7 die gute Bonitätsnote A+/stabil des Unternehmens gefährdet. Samsung verfüge über hohe Geldreserven von 73,2 Billionen Won (etwa 59 Mrd Euro) und eine starke Bilanzstruktur.   Fitch warnte aber zugleich, dass die Probleme mit dem Note 7 Unsicherheiten für das Geschäft mit Mobiltelefonen ausgelöst hätten. Die Käufer des Note 7 oder potenzielle Kunden von Samsung könnten auf Geräte von Apple - Samsungs wichtigster Konkurrent bei Premium-Modellen - oder anderer Anbieter umsteigen.

Wegen des Debakels hatte Samsung am Mittwoch seine Prognose für das operative Ergebnis des gerade eben beendeten dritten Quartals um ein Drittel gekürzt. Fitch erwartet jetzt, dass durch Einbußen beim Smartphone-Absatz und zusätzliche Kosten im Zusammenhang mit dem Note 7 auch der Gewinn in den nächsten Quartalen beeinträchtigt wird. Analysten hatten ursprünglich damit gerechnet, dass Samsung auch nach dem ersten Rückruf noch rund zwölf Millionen Note-7-Geräte verkaufen könnte.

Analyse von Fitch Ratings

Mitteilung der CPSC zum erweiterte Rückruf

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