Transfergesellschaft gefordert

Mitarbeiter von Air Berlin protestieren für Zukunft

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Firmenzentrale der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin in Berlin-Tegel. Foto: Paul Zinken

Bei der insolventen Air Berlin bangen Tausende um ihren Arbeitsplatz, der Ärger richtet sich auch gegen Konzernchef Winkelmann. Wird Fliegen nun für viele Menschen auch teurer? Reisekonzerne erwarten keine steigenden Preise - vorerst zumindest.

Berlin (dpa) - Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin haben für ihre berufliche Zukunft demonstriert. Sie zeigten an diesem Montag an der Unternehmenszentrale in Berlin-Tegel zum Beispiel Schilder mit der Aufschrift "Habt ein Herz für Airberliner".

"Sie haben ihrem Ärger Luft gemacht, dass nur wenig Jobaussichten bestehen", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Nach seinen Angaben beteiligten sich rund 250 Menschen an der Aktion.

Einige der Kollegen hätten sich bereits beworben, nur wenige hätten aber ein Jobangebot bekommen, betonte der Verdi-Sprecher. Die Gewerkschaft fordert, für die Beschäftigten müsse eine Transfergesellschaft gegründet werden. Damit könne man Zeit gewinnen, sagte der Verdi-Sprecher. Dort könnten Mitarbeiter etwa ein Bewerbungstraining machen oder andere Zusatzqualifikationen erwerben.

Air Berlin, Lufthansa und weitere Investoren sollten soziale Verantwortung übernehmen und Gelder bereitstellen, hatte die Gewerkschaft vorab gefordert. Bislang ist nur klar, dass bis zu 3000 der nach Unternehmensangaben etwa 8000 Mitarbeiter zur Lufthansa wechseln können. An die Lufthansa gehen 81 von 134 Flugzeugen. Für andere Bereiche gibt es noch keine Lösung.

Reiseveranstalter erwarten nach der Übernahme von großen Teilen der Air Berlin durch Lufthansa zunächst keine steigenden Flugpreise auf breiter Front. Auf den touristischen Strecken könnte es in der Sommersaison 2018 sogar billiger werden, sagte René Herzog, Chef der DER Touristik Zentraleuropa. Die Wettbewerber von Air Berlin hätten sich auf das Ende der Fluggesellschaft vorbereitet und ihr Angebot auf attraktiven Verbindungen ausgebaut.

Mittelfristig erwartet der Manager jedoch eher steigende Preise. Im Europaverkehr sieht Herzog jetzt schon diesen Trend auf Verbindungen, wo die Konkurrenz durch Air Berlin entfällt. "Auf der Strecke Frankfurt-Zürich ist bereits zu sehen, was passiert, wenn der Wettbewerb schwindet: hohe Ticketpreise", sagte Herzog.

Der Wegfall von Air Berlin/Niki bedeute nur scheinbar weniger Wettbewerb, hieß es bei Alltours. Zwar falle eine Airline weg, deren Kapazitäten blieben aber zum größten Teil erhalten. Zugleich hätten Airlines wie Tuifly, Germania und Small Planet ihr Angebot ausgebaut. Insgesamt blieben die Flugpreise für den kommenden Sommer stabil. Der Veranstalter FTI Group rechnet auf innerdeutschen Strecken, die auch Lufthansa bedient, vorübergehend mit einem Preisanstieg.

Die Beschäftigten von Air Berlin hielten bei dem Protest auch Plakate mit Sprüchen wie "Hier stehen die Arbeitslosen von Morgen" hoch. Sie kritisierten zudem Vorstandschef Thomas Winkelmann: "4,5 Mio für Winkelmann! Für uns Hartz IV." Winkelmann hatte sich im Fall von Zahlungsschwierigkeiten abgesichert: Das Unternehmen hatte eine Bankgarantie von bis zu 4,5 Millionen Euro ausstellen lassen, um die Verpflichtungen aus Winkelmanns Vertrag abzusichern.

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