Deutlich über 100 Billionen Euro

Privathaushalte weltweit so reich wie nie

München - Die Privathaushalte weltweit haben vergangenes Jahr einer Studie zufolge über ein so großes Vermögen verfügt wie nie zuvor.

Das globale Brutto-Geldvermögen erreichte 2012 ein Rekordniveau von rund 111 Billionen Euro und lag damit 8,1 Prozent höher als im Jahr zuvor, wie aus einer am Dienstag in München veröffentlichten Studie des Versicherungskonzerns Allianz hervorgeht. Das Nettovermögen der Haushalte - dieses entspricht dem Bruttovermögen abzüglich aller Schulden - erreichte ein Niveau von knapp 79 Billionen Euro und lag damit 10,4 Prozent höher.

Die Allianz analysierte für ihren Globalen Vermögensbericht die Vermögens- und Schuldenlage von Privathaushalten in mehr als 50 Staaten. Demnach fiel das Vermögenswachstum der Privathaushalte 2012 so stark aus wie seit sechs Jahren nicht mehr - und erreichte damit wieder ein Niveau wie in Zeiten vor der Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Schulden der Privathaushalte seien mit einem Anstieg um 2,9 Prozent deutlich weniger stark gewachsen als die Vermögen.

Der Untersuchung zufolge fiel das Vermögenswachstum 2012 auch deutlich stärker aus als im langfristigen Durchschnitt seit der Jahrtausendwende. In dem Zeitraum hätten sich die Vermögen der Haushalte weltweit pro Jahr im Schnitt um 4,6 Prozent vergrößert, hieß es in der Studie.

Treiber des Vermögenswachstums im vergangenen Jahr war der Aufwärtstrend an den globalen Aktienmärkten, wie es in der Studie hieß. Das Wertpapier-Vermögen habe sich um 10,4 Prozent vergrößert.

Das Wachstum der Vermögen könne jedoch die "tiefen Risse" nicht verdecken, die sich bei der Vermögensentwicklung in der Eurozone zeigten, erklärte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Das Netto-Geldvermögen in Griechenland etwa liege nur noch auf einem Niveau von 28 Prozent des Durchschnitts der 17 Euro-Staaten. Vor der Krise habe dieser Wert bei über 50 Prozent gelegen. In Spanien sei das Netto-Geldvermögen der Haushalte vergangenes Jahr von 61 Prozent des Durchschnitts der Eurozone auf 44 Prozent geschrumpft.

In Deutschland seien die Netto-Geldvermögen der Haushalte 2012 um 6,8 Prozent gestiegen, hieß es in der Studie. Die Deutschen verfügten demnach pro Kopf im Schnitt über 41.950 Euro und rangierten damit unter den 20 vermögendsten Staaten im Vergleich auf Platz 17. Auf Platz eins lag laut Untersuchung die Schweiz mit einem Pro-Kopf-Vermögen von 141.895 Euro netto, gefolgt von den USA (umgerechnet 100.710 Euro) und Japan (83.610 Euro).

Die weitere Vermögensbildung der Haushalte weltweit werde durch die Niedrigzins-Politik vieler Notenbanken in Industrienationen im Kampf gegen die Schwäche der Wirtschaft beeinträchtigt, hieß es in der Studie. Verbraucher verzichteten auf längerfristige Geldanlagen, die aber ertragsstärker sein.

Die Zinsen für kurzfristige Geldanlagen wie Tagesgeld liegen derzeit oft sogar unter der Inflationsrate. Als Folge frisst der allgemeine Preisanstieg einen Bruchteil des Geldvermögens auf.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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