"Luft ist raus"

Im März noch 1,6 Prozent: Inflation deutlich verlangsamt

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Im März schwächte sich der Anstieg von Energie- und Nahrungsmittelpreisen etwas ab. Foto: Armin Weigel

Wiesbaden - Verbraucher müssen für Nahrungsmittel und Energie erneut tiefer in die Tasche greifen als vor einem Jahr. Die gute Nachricht: Der Anstieg verlangsamt sich. Was das für Folgen hat.

Sinkende Rohölpreise haben den Anstieg der Teuerung in Deutschland im März deutlich gebremst. Die Jahresinflationsrate lag nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bei 1,6 Prozent.

Im Februar hatten höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise die Rate noch auf 2,2 Prozent getrieben. Es war der höchste Stand seit viereinhalb Jahren. Damit dürfte der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) nachlassen, die weit geöffneten Geldschleusen bald zu schließen.

Zwar mussten Verbraucher auch im März mehr für Energie (plus 5,1 Prozent) und Nahrungsmittel (plus 2,3 Prozent) zahlen als im Vorjahr, wie die Behörde in Wiesbaden mitteilte. Allerdings schwächte sich der Anstieg ab.

"Luft ist raus aus der Inflation"

"Die Luft ist raus aus der Inflation", erklärte KfW-Ökonom Sebastian Wanke. Das liege einmal mehr an den Rohölpreisen, die im Vergleich zum Februar spürbar gefallen seien. Tendenziell dürfte die Inflationsrate weiter sinken.

Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Weil Ostern in diesem Jahr anders als 2016 nicht im März, sondern im April liegt, seien Pauschalreisen in diesem Monat erheblich günstiger als im Vorjahr gewesen, erläuterten Commerzbank-Ökonomen.

Die nach europäischen Standards errechnete Inflationsrate (HVPI) sank auf 1,5 Prozent. Die HVPI-Rate ist maßgeblich für die EZB-Geldpolitik.

Notenbank strebt Inflation von knapp unter zwei Prozent an

Die Notenbank strebt im Euro-Raum eine Rate von knapp unter zwei Prozent an, bei der sie Preisstabilität gewahrt sieht. Weil die Währungshüter dieses Ziel seit Jahren verfehlen, versuchen sie mit viel billigem Geld nachzuhelfen. Die Politik der Währungshüter ist vor allem in Deutschland umstritten, auch weil sie Sparer belastet.

Zuletzt hatten Spekulationen die Runde gemacht, die Notenbank könnte noch vor Jahresende die Zinsen erhöhen. Allerdings hatte EZB-Chef Mario Draghi immer wieder betont, dass die Zinsen auch über das Ende des milliardenschweren Wertpapierkaufprogramms niedrig bleiben würden. Das Programm läuft noch bis mindestens Ende 2017.

Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland um 0,2 Prozent.

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