Post legt Konzept zur Arbeitszeitverkürzung vor

+
Flexible Wochenarbeitszeiten können den sich wandelnden Lebensumständen der Mitarbeitern entgegenkommen - wenn der Lohn stimmt. Foto: Peter Endig/Archiv

Überraschung zum Start der Post-Tarifrunde über Arbeitszeiten: Das Management legt ein Konzept zur wöchentlichen Arbeitszeit vor, das weiter reicht, als Verdi gefordert hatte. Doch der Vorschlag hat einen Haken: die heikle Frage des Lohnausgleichs wurde ausgeklammert.

Bonn (dpa) - Die Deutsche Post hat zum Auftakt der Tarifverhandlungen mit Verdi überraschend ein Konzept zur Arbeitszeitverkürzung vorgelegt.

"Wir haben die Forderung der Gewerkschaft nach einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit für die 130 000 Tarifbeschäftigten von 38,5 auf 36 Wochenstunden aufgegriffen und wollen diese weiter flexibilisieren", sagte ein Unternehmenssprecher in Bonn. Dazu gehört, je nach Wunsch, eine weitere Verringerung bis auf 34 Stunden oder eine Aufstockung bis zu 41 Wochenstunden. Die Verdi-Forderung nach vollem Lohnausgleich klammerte das Management aber aus.

Entsprechend verärgert reagierte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Koscis: "Die Post war nicht bereit, ein Angebot zur Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich zu unterbreiten." Damit sei in der ersten Runde keine Grundlage für konstruktive Verhandlungen gefunden worden. Vielmehr habe das Unternehmen versucht, den Vertragsbruch zu rechtfertigen.

Die Gewerkschaft hält dem gelben Riesen nämlich vor, mit der Gründung von regionalen Gesellschaften im Paketgeschäft gegen tarifliche Vereinbarungen über die Fremdvergabe in der Paketsparte zu verstoßen. In den Gesellschaften hat das Unternehmen bereits mehrere Tausend Mitarbeiter, die bei der Post bislang befristet beschäftigt waren, dauerhaft eingestellt. Die Bezahlung richtet sich dabei nicht nach dem Haustarif, sondern nach dem jeweils regional gültigen Tarif des Logistikgewerbes.

Die Personalchefin der Post, Melanie Kreis, nannte die Vorschläge des Unternehmens eine "neue Form der Arbeitszeit-Souveränität". Sie entspreche zudem den Anforderungen der sich wandelnden Lebensumstände der Mitarbeiter. "Unser heutiger Vorschlag bietet nun die Möglichkeit für jeden Einzelnen, seine Arbeitszeit den eigenen Wünschen und persönlichen Bedingungen entsprechend zu gestalten", sagte Kreis. Den nächsten Verhandlungstermin haben die Tarifpartner am 14. April in Berlin angesetzt.

Selbstversuch unseres Redakteurs an Schwebebalken und Barren

Selbstversuch unseres Redakteurs an Schwebebalken und Barren

Das ist der BVB

Das ist der BVB

Wahnsinnstat von Melbourne: Auto rast in Menschenmenge

Wahnsinnstat von Melbourne: Auto rast in Menschenmenge

Zutraulich und zäh: Exmoor-Ponys gehören zu den Wildpferden

Zutraulich und zäh: Exmoor-Ponys gehören zu den Wildpferden

Meistgelesene Artikel

Frau findet unfassbare Notiz in einem Amazon-Paket

Frau findet unfassbare Notiz in einem Amazon-Paket

Kükenschreddern soll durch neue Technik überflüssig werden

Kükenschreddern soll durch neue Technik überflüssig werden

Schnell und billig: Das sind die Tricks der Lebensmittelindustrie

Schnell und billig: Das sind die Tricks der Lebensmittelindustrie

Was Trumps Warnung für deutsche Autobauer bedeutet

Was Trumps Warnung für deutsche Autobauer bedeutet

Kommentare