Manroland-Beschäftigte zahlen hohen Preis

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Logo des Druckmaschinenherstellers Manroland in Plauen

München - Beim insolventen Druckmaschinenhersteller Manroland sollen alle drei Standorte Augsburg, Offenbach und Plauen mit einem deutlichen Stellenabbau gerettet werden.

Das Konzept, auf das sich der Gläubigerbeirat am Mittwoch in Augsburg einigte, sieht eine Halbierung der Stellenzahl in Deutschland vor, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider mitteilte. So soll sich die Mitarbeiterzahl in Deutschland von derzeit rund 5.000 auf gut 2.500 verringern. Getragen wird das Konzept vor allem durch einen Einstieg des Lübecker Mischkonzerns Possehl.

Alle drei Standorte sollen in eigenständige Unternehmen umgewandelt werden, wie Schneider erläuterte. Der größte Standort Augsburg soll von Possehl übernommen werden. Die Zahl der Arbeitsplätze soll hier von derzeit 2.400 auf rund 1.475 verringert werden. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Das Werk Plauen soll durch langfristige Liefer-Vereinbarungen gesichert werden. Zudem stellte Possehl eine spätere Beteiligung in Aussicht. Hier soll es künftig nur noch 300 Stellen geben.

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Das Offenbacher Werk, wo künftig nur noch 750 Menschen arbeiten sollen, soll auf dem Weg eines Management-Buy-Out gemeinsam mit einem Investor saniert werden. Diese Lösung habe eine solide wirtschaftliche Basis und gute Zukunftsperspektiven - allerdings sei dafür eine Landesbürgschaft erforderlich. Hierzu hätten allerdings bereits Gespräche stattgefunden.

Neben dem Angebot von Possehl gab es offenbar auch noch das Angebot eines Finanzinvestors sowie des Konkurrenten König & Bauer. Wesentlicher Punkt, sich für Possehl zu entscheiden, sei jedoch die Abschluss-Sicherheit gewesen, sagte Schneider mit Blick auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Februar.

Bei dem Votum des Gläubigerbeirates handeles es sich nicht um einen förmlichen Beschluss, sondern um eine Empfehlung. Ein endgültiger Beschluss werde durch die Gläubigerversammlung getroffen, das Votum des Gläubigerbeirates habe dabei aber eine richtungsweisende Wirkung.

Arbeitnehmer geteilt

Der Augsburger Betriebsratsvorsitzende Jürgen Bänsch begrüßte die Lösung trotz des starken Stellenabbaus. “Ich finde es gut, dass sich der Gläubigerbeirat für Possehl ausgesprochen hat. Das war das am besten ausgearbeitete Konzept“, sagte er. Mit der Insolvenz sei klar gewesen, dass man um einen deutlichen Stellenabbau nicht herumkomme.

Der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild äußerte sich hingegen zurückhaltend. “Manroland ist mit der heutigen Entscheidung des Gläubigerausschusses noch nicht gerettet“, erklärte Schild in Frankfurt am Main. Erst in den nächsten Wochen werde sich zeigen, welche Zukunft das Unternehmen in allgemein schwierigen Zeiten der Druckmaschinenbranche habe. Die hoch qualifizierten Beschäftigten in Offenbach brauchten schnellstmöglich ein umfassendes Konzept, das ihnen Sicherheit biete. Landesregierung, Regionaldirektion und Insolvenzverwalter müssten nun schnell handeln.

Von Ralf Beunink

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