Pleitegefahr: Escada-Anleger sollen Opfer bringen

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Der Vorstandsvorsitzende des Modekonzerns Escada, Bruno Sälzer.

München - Der von der Pleite bedrohte Modekonzern Escada verlangt von seinen Anlegern erhebliche finanzielle Opfer.

Sie sollen auf mehr als die Hälfte einer Anleihe mit einem Volumen von 200 Millionen Euro verzichten, um die Schuldenlast des Konzerns zu verringern, teilte der Konzern am Freitag in München mit. "Ohne ihren Beitrag droht Escada unverändert kurzfristig die Insolvenz", warnte Escada-Chef Bruno Sälzer. Nur wenn 80 Prozent der Anleger das Angebot bis zum Ende der Umtauschfrist Ende Juli annehmen, sei das Überleben des Konzerns gesichert. Andernfalls müsse Escada noch im August Insolvenzantrag stellen.

Der Damenmodekonzern mit rund 4000 Beschäftigten kämpft nach hohen Verlusten seit Monaten ums Überleben. Das Umtauschangebot des Unternehmens sieht vor, dass den Anlegern bei der Umwandlung der Anleihe in mehreren Schritten nur noch 40 Prozent ihres ursprünglichen Einsatzes bleiben. Im Vergleich zum aktuellen Kurs, der am Donnerstag bei nur 29,5 Prozent des Nennbetrags lag, würden sie sich damit allerdings noch verbessern. Die Anleihe wurde im Jahr 2005 ausgegeben und mit 7,5 Prozent verzinst.

Dass Escada die Anleihe zu den vereinbarten Konditionen am Ende der Laufzeit im Jahr 2012 zurückzahlt, gilt angesichts der Krise als ausgeschlossen. "Ich meine, dass unser Umtauschangebot fair und der wirtschaftlichen Lage angemessen ist", sagte Sälzer. "Sein Wert liegt deutlich über dem aktuellen Marktpreis der Alt-Anleihe." Gläubiger der Anleihe sind nach Angaben des Unternehmens zu rund zwei Drittel institutionelle Investoren und zu einem Drittel Privatanleger. Sie sollen in den nächsten Tagen auch in persönlichen Gesprächen über die Konditionen informiert werden.

Die Umwandlung der Anleihe ist der wichtigste Punkt in einem mehrteiligen Finanzplan zur Überlebenssicherung von Escada. Ein weiterer Baustein ist eine Kapitalerhöhung von mindestens 29 Millionen Euro, für die die Tchibo-Familie Herz und der spanische Investor Bestinver sowie ein neuer Investor bereits ihre Unterstützung zugesagt haben. Falls beide Schritte wie geplant umgesetzt werden, will die HypoVereinsbank als dritten Baustein des Finanzierungskonzeptes eine Kreditlinie in Höhe von 13 Millionen Euro aufrechterhalten. Danach zieht Escada auch Staatshilfe in Betracht. "Wir prüfen alles, was möglich ist", sagte Sälzer. Dies sei jetzt allerdings noch nicht möglich, da Escada nicht über genügend Sicherheiten verfüge. Ein Antrag könne somit frühestens im August nach dem Fristende für die Anleihe-Umwandlung gestellt werden.

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