Pkw-Handel Gewinner der Abwrackprämie

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Nach Angaben des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) waren gegen Montagmittag noch 181.036 Prämien verfügbar.

Frankfurt/Main - Die staatliche Abwrackprämie hat bislang vor allem Pkw-Händlern genutzt. Sie verbuchten in den ersten fünf Monaten des Jahres ein Umsatzplus.

Dagegen mussten die Autohersteller von Januar bis Mai nach Angaben des Statistischen Bundesamts Einbußen hinnehmen. Wer sein mindestens neun Jahre altes Auto noch verschrotten und beim Neuwagenkauf die 2.500-Euro-Prämie einstreichen will, sollte sich die Förderung nach Ansicht des ADAC in den kommenden zwei Wochen reservieren. Ansonsten liefen potenzielle Käufer Gefahr, leerauszugehen.

Nach Angaben des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) waren gegen Montagmittag noch 181.036 Prämien verfügbar. Derzeit gingen rund 8.000 Anträge pro Tag ein. Laut Statistikbehörde verzeichnete der Handel von Pkw mit einem Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen in den ersten fünf Monaten eine reale Umsatzsteigerung von 4,7 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes lag in diesem Zeitraum die Zahl der Neuzulassungen um 22,8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Der Unterschied von Umsatzsteigerung und Zuwachs bei den Neuzulassungen sei durch die unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Fahrzeugsegmenten zu erklären: Kleinere, kostengünstigere Pkw bis zur Kompaktklasse wurden von Januar bis Mai 2009 häufiger verkauft als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Bei größeren Wagen - außer bei Geländewagen und Vans - ging die Anzahl der Neuzulassungen zurück.

Unterschiedliche Entwicklung bei den Herstellern

Wie die Statistiker weiter mitteilten, lagen die Umsätze im Wirtschaftszweig “Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“ bei 99,584 Milliarden Euro und damit fast ein Drittel (32,5 Prozent) unter dem Vorjahresniveau. Von diesem Durchschnittswert könnten aber einzelne Hersteller durchaus abweichen. Von Januar bis Mai wurden insgesamt 1,2 Millionen neue Pkw im Wert von 24,121 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert und damit rund 38,0 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum; der wertmäßige Rückgang der Ausfuhren betrug 39,6 Prozent. Dagegen wurden mit 950.000 Pkw im Wert von 11,469 Milliarden Euro in den ersten fünf Monaten deutlich mehr Kraftfahrzeuge importiert (plus 11,5 Prozent).

Neue Infos auf der BAFA-Website

Neuwagenkäufer können sich auf der Internetseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unter bafa.de über die noch zur Verfügung stehende Zahl an Abwrackprämien informieren. Es würden nur noch online gestellte Anträge bearbeitet, Post-Einsendungen dagegen nicht mehr, heißt es im Internet. Insgesamt gibt es Mittel für zwei Millionen Prämien à 2.500 Euro. Es wurden nach Angaben Beutels bereits 770.000 Anträge bearbeitet und ausgezahlt. 5.600 Prämien im Gegenwert von 14 Millionen Euro werden nach seinen Worten für die Verwaltungskosten des BAFA verwendet, das eigens 250 Mitarbeiter eingestellt hatte.

Der ADAC befürchtet nach Angaben von Sprecher Marcus Krüger, dass beim Endspurt um die Prämie manche Kunden möglicherweise leerauszugehen drohen. “Es könnte sich so etwas wie Torschlusspanik einstellen“, befürchtet er. Er empfiehlt kaufwilligen Autofahrern, in den kommenden zwei Wochen tätig zu werden. Behördensprecher Beutel sagte, dass die Seite für den Online-Antrag ump.bafa.de nur solange erreichbar sei, bis der Fördertopf leer sei.

dpa

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