Iren enttäuscht

Piloten sondieren Tarifbereitschaft bei Ryanair

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Ryanair hatte es bislang grundsätzlich abgelehnt, Gewerkschaften als Vertreter ihrer Beschäftigten anzuerkennen. Foto: Andreas Arnold

Eher werde die Hölle zufrieren, als dass Ryanair mit Gewerkschaften verhandelt. Dieser Satz des streitbaren Airline-Chefs Michael O'Leary ist nun Vergangenheit. Bleibt die Frage, ob er es ernst meint.

Dublin/Frankfurt (dpa) - Erstmals in ihrer Firmengeschichte hat die irische Billig-Fluggesellschaft Ryanair mit Gewerkschaftsvertretern verhandelt.

Damit wurden europaweit koordinierte Streiks der Piloten zunächst verhindert. Es trafen sich Firmenvertreter in Dublin mit einer Delegation der deutschen Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit", ohne dass zunächst Ergebnisse bekannt wurden. Zuvor hatte sich die irische Gewerkschaft "Impact Trade Union" enttäuscht gezeigt über ihre Gespräche mit dem Management vom Vortag.

Ryanair sei nicht bereit gewesen, die irische Gewerkschaft schriftlich anzuerkennen, kritisierte Pressesprecher Bernard Harbor. Man habe jetzt dem Unternehmen eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet und erwarte bis Donnerstagmittag eine Antwort. Mitglied der Gewerkschaft ist die irische Pilotenvereinigung IALPA. Ryanair sagte zu, bis Donnerstag schriftlich auf Vorschläge zu antworten und sprach selbst von guten Gesprächen.

Die VC hatte Ryanair vorab vor Tricksereien gewarnt. Man müsse herausbekommen, ob das Unternehmen wirklich Tarifverhandlungen anstrebe, sagte VC-Vorstand Markus Wahl in Frankfurt. "Es kann auch sein, dass sie sich nur über die Weihnachtstage retten wollen." Für diesen Fall müsse den Iren klar sein, dass Streiks vor Weihnachten durchaus noch möglich seien, betonte Wahl. Er persönlich rechne allerdings damit, dass man Fortschritte erziele und einen weiteren Termin vereinbare.

Die deutschen Ryanair-Piloten wollten eigentlich an diesem Mittwoch gemeinsam mit Kollegen aus Irland, Italien und Portugal streiken. Sie hatten sich dafür europaweit koordiniert und die Streiks nach dem überraschenden Gesprächsangebot abgesagt. Die Gewerkschaften kritisieren unter anderem die Einsatzplanung, Entlohnung und Beschäftigungsmodelle bei dem stark wachsenden Billigflieger.

Die Billig-Airline hatte es bislang grundsätzlich abgelehnt, Gewerkschaften als Vertreter ihrer Beschäftigten anzuerkennen. Bislang hatte die Fluggesellschaft stets nur mit lokalen Piloten-Komitees an europaweit verteilten Stationen gesprochen. Nach der grundsätzlichen Erklärung Ryanairs, auch zu Gesprächen mit Gewerkschaften der Flugbegleiter zu sprechen, verlangte die deutsche Gewerkschaft Ufo am Mittwoch einen konkreten und verbindlichen Termin im Januar.

Mitteilung VC

IALPA

Ufo zu Ryanair

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