Noch keine Streikpläne

Piloten: Keine Verhandlungen zu Tarif-Paket der Lufthansa

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Der Beförderungsstau in der schrumpfenden Flotte des Lufthansa-Kerns ist eines der größten Probleme bei der Pilotenschaft. Foto: Valentin Gensch

Tarif-Eiszeit bei der Lufthansa: Die streikerfahrenen Piloten wollen über das jüngste Angebot der Fluggesellschaft nicht mehr im Paket verhandeln. Mit nun zu erwartenden Verhandlungen zu Einzelthemen rücken neue Streiks wieder näher.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Tarifkonflikt bei den Piloten der Lufthansa spitzt sich langsam wieder zu. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat das jüngste Angebot des Unternehmens mit der Begründung abgelehnt, dass man nicht mehr an eine Paketlösung zu vielen unterschiedlichen Tarifthemen glaube.

Nach den negativen Erfahrungen der vergangenen Monate woll man nicht mehr über Paketlösungen verhandeln, erklärte VC-Sprecher Markus Wahl in Frankfurt.

Über das weitere Vorgehen werde die Tarifkommission in den kommenden Wochen entscheiden, kündigte Wahl an. Konkrete Streikpläne gebe es derzeit nicht. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte die VC erklärt, zu offenen Tarifthemen wie Gehalt, Vorruhestand oder Betriebsrenten auch wieder Einzelverhandlungen führen zu können. Erst nach einem Scheitern dieser Verhandlungen wären neue Streiks nach bereits 13 Arbeitskämpfen wieder möglich.

Lufthansa begrüßte, dass VC derzeit keine Streiks plane. Man erneuere das Gesprächsangebot und sei weiterhin an einer gemeinsamen Lösung interessiert, erklärte ein Unternehmenssprecher.

Einzelne der umstrittenen Tarifverträge sind bereits seit vier Jahren offen. Die bislang 13 Streiks hatte die VC in Wellen seit April 2014 organisiert, bis ein Gericht im September 2015 den Arbeitskampf wegen illegaler Streikziele stoppte. Zu Jahresbeginn hatten die Tarifpartner dann informelle Sondierungsgespräche aufgenommen, die vor wenigen Tagen von der VC wegen fehlender Fortschritte aufgekündigt worden waren.

Lufthansa war am Mittwoch überraschend mit einem umfassenden Tarifpaket an die Öffentlichkeit gegangen, das neben Gehaltserhöhungen und Rentenangeboten auch eine mittelfristige Jobgarantie sowie Karrierechancen für die 5400 Konzern-Piloten enthielt. Der Beförderungsstau in der schrumpfenden Flotte des Lufthansa-Kerns ist eines der größten Probleme der Pilotenschaft. Auf der anderen Seite wird die Billigsparte Eurowings mit kostengünstigeren Besatzungen ausgebaut. Die VC hat bislang vergeblich versucht, Einfluss auf diese Entwicklung zu nehmen.

Die VC hält auch in der kommenden Woche Pilotentreffen ab, um die Stimmung und Streikbereitschaft in der Belegschaft zu prüfen. "Der Unmut unter den Kollegen ist extrem groß", sagte VC-Sprecher Wahl.

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