Konzernleitung entschlossen

Osram-Chef verteidigt geplante Aufspaltung

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München - Für Osram-Chef Berlien führt an der geplanten Aufspaltung des Konzerns kein Weg vorbei. Auch im zweiten Quartal schrumpfte das Geschäft mit klassischen Lampen - deshalb will Berlien die Ausgliederung entschlossen angehen.

Osram-Chef Olaf Berlien hält den radikalen Umbau des Lichtkonzerns für unausweichlich. „Wir tragen damit dem tiefgreifenden Wandel am Lichtmarkt Rechnung“, sagte Berlien am Mittwoch in einer Telefon-Konferenz. Das Unternehmen will das Geschäft mit Lampen - darunter Halogen-, Energiespar- und LED-Lampen - in ein eigenständiges Tochterunternehmen ausgliedern. Eine abschließende Entscheidung des Aufsichtsrates steht zwar noch aus, doch gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Pläne noch kippen könnten, sagte Berlien.

Das Kontrollgremium habe dem Vorstand in seiner Sitzung am Vortag einstimmig den Auftrag erteilt, die Auswirkungen der Pläne zu prüfen. Nach der rechtlichen Ausgliederung, die etwa zwölf Monate in Anspruch nehmen dürfte, könnte das Geschäft mit Partnern weitergeführt werden, dabei wäre auch der Einstieg von Finanzinvestoren möglich, sagte Berlien. Auch eine Abspaltung über die Börse (Spin-Off) komme infrage. Dabei bekommen die Aktionäre eines Unternehmens in der Regel automatisch Anteilsscheine des neuen Ablegers. Über diesen Weg war die frühere Siemens-Tochter Osram 2013 selbst an der Börse gestartet. „Wir haben alle Optionen offen“, so der Osram-Chef. Einen klassischen Börsengang mit der Ausgabe neuer Aktien schloss Berlien aus.

Auswirkungen auf die Arbeitsplätze durch die Aufspaltung, die über das aktuelle Sparprogramm hinausgehen, sieht der Firmenchef vorerst nicht. Osram durchläuft derzeit die zweite Sparwelle und streicht bis September 2017 weltweit 7800 Arbeitsplätze, davon 1700 an den deutschen Standorten. Zuletzt hatte der Konzern noch rund 34 000 Beschäftigte. Die Sparten, die ausgegliedert werden sollen, stehen mit Erlösen von rund 2 Milliarden Euro für rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes und haben zusammen rund 12 000 Beschäftigte.

Osram leidet seit Jahren unter den dramatischen Umbrüchen auf dem Lichtmarkt mit einem rasanten Technologiewandel hin zu Leuchtdioden (LED) und Preisverfall. Auch das zweite Geschäftsquartal war davon geprägt, deshalb sieht sich die Unternehmensführung auch in ihren Plänen bestärkt.

So gab der Umsatz auf vergleichbarer Basis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent nach. Dabei schrumpfte das Geschäft mit traditionellen Lampen und Komponenten, das ausgegliedert werden soll, deutlich. Nominal dagegen wuchsen die Erlöse durch die Übernahme des Bühnenbeleuchters Clay Paky und den schwachen Euro um fast ein Zehntel auf knapp 1,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente der Konzern 78 Millionen Euro, das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

dpa

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