Offizieller Baustart der Ostsee-Pipeline

Moskau - An der russischen Ostseeküste hat mit einer feierlichen Zeremonie der Bau der Gaspipeline Nord Stream offiziell begonnen.

An dem Festakt am Freitag in der Portowaja-Bucht nahe der finnischen Grenze nahmen auch Kremlchef Dmitri Medwedew sowie Altbundeskanzler Gerhard Schröder teil. Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses des Betreiberkonsortiums Nord Stream. “Die ersten drei Kilometer sind verlegt“, teilte Nord Stream mit. Die ersten Rohre der etwa 1220 Kilometer langen Pipeline von Russland bis nach Lubmin bei Greifswald liegen bereits seit Dienstagabend auf dem Meeresboden nahe der schwedischen Insel Gotland.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und EU- Energiekommissar Günther Oettinger haben den offiziellen Baustart als Beitrag zur Energiesicherheit in Europa begrüßt. Der Gaslieferant Russland sei “fester Bestandteil“ auf dem europäischen Energiemarkt, sagte Oettinger am Freitag beim Festakt. Merkel lobte in einer Videobotschaft die “Energiepartnerschaft“ zwischen Russland und der EU.

Insgesamt sollen drei Spezialschiffe in der Ostsee die Rohre für die Pipeline verlegen. Außer der “Castoro 6“, die bereits im Einsatz ist, arbeitet von Juni an die “Castoro 10“ in der Nähe der deutschen Küste. Im September soll dann die “Solitaire“ im Finnischen Meerbusen ihre Arbeit aufnehmen.

Deutschland und die gesamte Europäische Union erhoffen sich von dem etwa 7,4 Milliarden Euro teuren Projekt mehr Energiesicherheit. Die Pipeline soll Ende 2011 fertiggestellt sein und zunächst 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr transportieren. Ein Jahr später soll die Kapazität mit einem zweiten Strang verdoppelt werden. Damit können rein rechnerisch 26 Millionen Haushalte versorgt werden.

dpa

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