Ölpreise erholen sich - Förderländer wollen Menge begrenzen

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Raffinerie in Sachsen-Anhalt. Allein der Versuch einer Begrenzung der Fördermenge hat die rasante Talfahrt der Ölpreise vorerst gestoppt. Foto: Waltraud Grubitzsch

Ist dies die Wende im Dauer-Tief der Ölpreise? Nach der Ankündigung wichtiger Förderstaaten, die Menge nicht mehr auszuweiten, erholen sich die Notierungen. Entscheidend ist aber, was der Iran nun tut.

New York/Wien (dpa) - Die Ölpreise haben am Donnerstag an ihre starken Gewinne vom Vortag angeknüpft und sich weiter erholt. Als Reaktion auf einen Anstieg der US-Ölreserven gaben sie aber einen Teil ihrer Gewinne wieder ab.

Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte zur Lieferung im April 34,56 US-Dollar. Das waren sechs Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im März stieg um 25 Cent auf 30,91 Dollar.

In den USA waren die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche um 2,1 Millionen Barrel gestiegen und hatten mit 504,1 Millionen Barrel ein Rekordhoch erreicht. In den vergangenen Monaten hatte ein hohes Angebot auf dem Weltmarkt die Ölpreise immer wieder belastet und zu einer rasanten Talfahrt der Notierungen geführt.

Händler begründeten die Preiserholung im frühen Handel unter anderem mit der Hoffnung auf eine Begrenzung der Fördermenge. Ein Grund sind Bemühungen führender Förderländer, das hohe Angebot an Rohöl auf dem Weltmarkt einzudämmen. Zuletzt hatte auch der Iran, für den jahrelange Handelssanktionen aufgehoben worden waren, eine russisch-saudische Initiative zur Begrenzung der Förderung begrüßt.

Saudi-Arabien und Russland sind die größten Ölmächte der Welt. Beide Länder stehen für etwa ein Fünftel der Gesamtförderung. Sie hatten angekündigt, die Menge auf dem Januar-Niveau einfrieren zu wollen.

Allein der Versuch einer Begrenzung der Fördermenge hat die rasante Talfahrt der Ölpreise vorerst gestoppt. Nach Experten-Einschätzung ist es aber zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen. Bis auf weiteres können sich Verbraucher weiter über niedrige Preise an den Tankstellen und über günstiges Heizöl freuen. Die Ölpreise stehen immer noch etwa 50 Prozent niedriger als im vergangenen Sommer.

Außerdem ließ der Iran bisher offen, ob das Land tatsächlich an der Umsetzung der Vereinbarung mitwirken werde. Für Beobachter ist eine Teilnahme Teherans aber entscheidend für eine tatsächliche Begrenzung der Fördermenge. "Wenn der Iran letztendlich nicht Teil der Vereinbarung ist, dann ist sie nicht viel wert", meinte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Indes fiel der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Das Opec-Sekretariat teilte am Donnerstag mit, dass der Korbpreis am Mittwoch 28,18 US-Dollar pro Barrel betragen habe. Das waren 1,17 Cent weniger als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 13 wichtigsten Sorten des Kartells.

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