Verzögerte Reaktion

Ölpreise fallen nach Trumps Klimaschutz-Ausstieg

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Wegen Trumps Klima-Rückzug bestehe die Erwartung, dass die US-Ölproduktion noch stärker steigen werde, sagte ein Rohstoffexperte. Foto: Tobias Kleinschmidt

New York/London (dpa) - Der angekündigte Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen hat mit einiger Verzögerung zu deutlichen Verlusten am Ölmarkt geführt.

Nachdem die Ölpreise im frühen Handel noch kaum reagiert hatten, fielen sie danach deutlich. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 49,29 US-Dollar.

Das waren 1,34 Dollar weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juli fiel um 1,07 Dollar auf 47,27 Dollar.

US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag den Ausstieg der weltgrößten Volkswirtschaft aus dem Pariser Abkommen bekanntgegeben und dies damit begründet, US-Interessen an die erste Stelle zu setzen.

Man wolle nun sofort mit Verhandlungen für ein besseres Abkommen beginnen, sagte Trump. Die Vertreter Deutschlands, Frankreichs und Italiens zeigten sich entschlossen, das historische Abkommen dennoch ohne Neuverhandlungen weiter umsetzen zu wollen.

Für Ölfirmen sei die Nachricht zwar tendenziell vorteilhaft, hieß es zunächst aus dem Handel, nachdem sich die Preise am Morgen nur wenig bewegt hatten. Am Vormittag ging es dann noch deutlich bergab für die Preise. Wegen Trumps Rückzug bestehe die Erwartung, dass die US-Ölproduktion noch stärker steigen werde, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. Aufgrund jüngster Anzeichen für ein sinkendes Angebot bei steigender Nachfrage hält er den aktuellen Preisrückgang aber für übertrieben.

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