Große regionale Unterschiede

Nur gut die Hälfte der Beschäftigten hat einen Tarifvertrag

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Streng genommen gelten Tarifverträge nur für die Mitglieder der abschließenden Gewerkschaft. Foto: Stephanie Pilick

Nürnberg/Düsseldorf (dpa) - In Deutschland hat weiterhin nur gut die Hälfte aller Beschäftigten einen Tarifvertrag. Im vergangenen Jahr arbeiteten 56 Prozent der deutschen Arbeitnehmer in Betrieben, die an einen Flächen- oder Haustarif gebunden waren.

Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung auf der Grundlage einer repräsentativen Betriebsumfrage.

Von den übrigen 44 Prozent der Arbeitnehmer erhielt etwa die Hälfte Leistungen, die sich an den Flächentarifverträgen orientierten, ohne dass die Arbeitgeber dazu verpflichtet gewesen wären. Zusammen wurden also rund 78 Prozent nach Tarif bezahlt.

Historisch sind dabei große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland entstanden. In den alten Bundesländern betrug die Tarifbindung 59 Prozent gegenüber 47 Prozent im Osten. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Anteile nahezu unverändert. Die höchste Tarifbindung herrscht noch in Nordrhein-Westfalen (63 Prozent), am geringsten ist sie in Sachsen (43 Prozent).

Streng genommen gelten Tarifverträge nur für die Mitglieder der abschließenden Gewerkschaft und des entsprechenden Arbeitgeberverbandes. Aus grundsätzlichen Erwägungen heraus bezahlen tarifgebundene Unternehmen die gleichen Entgelte auch an Nicht-Gewerkschafter und wenden gleiche Arbeitsbedingungen an. Bei nicht verbandsgebundenen Arbeitgebern werden häufig auch nur Teile der tariflichen Verpflichtungen übernommen. In dem Betriebspanel wurden die Unternehmen befragt, nicht die Beschäftigten.

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