HSH Nordbank kämpft mit Schifffahrtskrise

Hamburg - Die HSH Nordbank kommt in ihrem Kerngeschäft langsam wieder auf die Füße. Die jahrelange Schifffahrtskrise steht aber noch längere Zeit bedrohlich im Hintergrund. Rund die Hälfte aller Schiffskredite der HSH Nordbank ist infiziert.

Die hartnäckige Krise in der Schifffahrt nimmt kein Ende. Das schleppende Wachstum der Weltkonjunktur dämpfe die Nachfrage nach Transportraum, heißt es in einer aktuellen Analyse der HSH Nordbank. Immer noch wachse dagegen die weltweite Flotte an Containerschiffen. Vor diesem Hintergrund gebe es wenig Möglichkeiten, der Überkapazitäten Herr zu werden. Bis Ende 2014 würden die Fracht- und Charterraten bei den meisten Schiffen nicht ausreichen, um den Kapitaldienst in vollem Umfang leisten zu können.

Die Bank sei auf diese Situation eingestellt, sagte Vorstandschef Constantin von Oesterreich am Dienstagabend vor dem „Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten“. Die Schifffahrt bleibe jedoch ein großes Risiko für die Bank, ebenso wie der Kurs des US-Dollar. Die Bank, immer noch weltgrößter Schiffsfinanzierer, hat rund 27 Milliarden Euro an Schiffskrediten vergeben, bei einer Bilanzsumme von 125 Milliarden Euro. „Wir werden nur diejenigen Reedereien weiter finanzieren, die eine Zukunft haben“, sagte von Oesterreich.

Der wichtigste Baustein für die Zukunft der Bank sei allerdings das Geschäftsmodell als Bank für Unternehmer im Norden. „Wir müssen zeigen, dass wir in der Kernbank Geld verdienen können“, sagte der Bankchef. Das gelinge immer besser; die Rendite im klassischen Kreditgeschäft sei mittlerweile auf mehr als sieben Prozent gestiegen. Für das erste Quartal werde die Bank einen Konzernüberschuss von 73 Millionen Euro ausweisen. Im Vorjahr waren es 124 Millionen Euro, allerdings begünstigt durch einen hohen Sondereffekt von 261 Millionen Euro. Die Quartalsbilanz wird am Donnerstag veröffentlicht.

Die Bank leidet nach wie vor unter den Altlasten aus der Zeit vor der Finanzkrise und führt rund 50 Milliarden Euro ihrer Bilanzsumme in einer Abbau-Abteilung. Bis Ende kommenden Jahres sollen es noch 38 Milliarden Euro sein. Der Umbau der Bank, der ungefähr auf eine Halbierung hinausläuft, soll dann weitgehend abgeschlossen sein. Auf der Kapitalseite fühlt sich von Oesterreich mittlerweile auf der sicheren Seite. Die Erhöhung der Ländergarantien von sieben auf zehn Milliarden Euro werde von der EU voraussichtlich Mitte Juni gebilligt und damit wirksam. Damit könne die Bank auch bei einer weiteren Zuspitzung der Lage in der Schifffahrt die strengen Anforderungen an das Eigenkapital erfüllen.

dpa

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