Reiner Hoffmann

Neuer DGB-Chef: Deregulierung des Arbeitsmarktes fatal

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Reiner Hoffmann

München - Der Deutsche Gewerkschaftsbund bekommt nach gut 12 Jahren einen neuen Vorsitzenden: Reiner Hoffmann. Er bezeichnet die Deregulierung des Arbeitsmarktes als fatal.

"Die Folge war eine beachtliche Ausweitung des Niedriglohnsektors. Es passt nicht zu einem der reichsten Länder auf dem Globus, dass ein Fünftel der Bevölkerung von seinem Arbeitseinkommen keine vierköpfige Familie ernähren kann", sagte er in einem Interview mit dem Münchner Merkur (Wochenendausgabe).

Scharf kritisierte Hoffmann, der im Mai DGB-Chef Michael Sommer nachfolgen soll, auch den Missbrauch des Instrumentes der Leiharbeit. Akzeptabel sei sie nur, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen. "Wenn ein Unternehmen daraus aber ein Geschäftsmodell macht und einen Anteil von mehr als 20 Prozent solcher Arbeitnehmer hat, die dauerhaft im Betrieb integriert sind, und nicht nach Tarif bezahlt werden, dann ist das auch eine Art von Tarifflucht", so Hoffmann. Andere Möglichkeiten der Flexibilisierung von Lebensarbeitszeit hält Hoffmann für zukunftsträchtig. Er tritt für eine Teilrente ein, mit der Arbeitszeit im Alter ohne Einkommensverluste reduziert werden kann.

Manuela Dollinger

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