Deutsche-Bank-Chefvolkswirt fordert EuropäischenWährungsfonds

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Gefahr für den Euro sieht der neue Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, heraufziehen, wenn nicht schnell ein Europäischer Wirtschaftsfond ins Leben gerufen wird.

Berlin - Einen machtvollen Europäischen Wirtschaftsfond fordert der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer. Nur so seien Gefahren für den Euro künftig in den Griff zu bekommen.

Der neue Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, hat sich für die schnelle Schaffung eines mit umfassenden Vollmachten ausgestatteten Europäischen Währungsfonds ausgesprochen. Die aktuelle Krise um die griechischen Staatsfinanzen zeige, dass Europa das notwendige Instrument zur Bewältigung solcher Krisen fehle, sagte der Ökonom der Tageszeitung “Die Welt“ (Freitagausgabe).

Er fürchtet nach eigenen Worten, “dass die Währungsunion zerbricht oder zur Inflationsgemeinschaft wird, wenn das Griechenland-Problem und seine möglichen Folgen nicht vernünftig gehandhabt werden“. In der aktuellen Krise könnten “weder die Europäische Zentralbank noch die EU-Kommission noch sonst jemand in der EU die Griechen zwingen, im Ausgleich für Hilfe notwendige Reformen durchzuführen“, sagte Mayer, der Anfang 2010 das Amt als Chefvolkswirt der Deutschen Bank von Norbert Walter übernommen hatte. Deshalb sei er für die Gründung eines mit entsprechenden Vollmachten ausgerüsteten Europäischen Währungsfonds.

Ökonom sagt steigende Inflation auf lange Sicht voraus

Eine solche Institution könne zudem sicherstellen, dass “Beistandsprogramme für Europa nicht in Washington gemacht werden, sondern in Brüssel“, betonte er in Anspielung auf ein mögliches Eingreifen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Griechenland. Während sich Finanzminister Wolfgang Schäuble kürzlich gegen mögliche IWF-Hilfe an Griechenland aussprach, hält der Deutsche Bank-Chefvolkswirt ein Eingreifen des IWF zusammen mit der EU in Athen für möglich. “Ich hätte keine großen Probleme damit. Da wir in Europa versäumt haben, rechtzeitig Winterreifen zu besorgen, brauchen wir jetzt fremde Anschubhilfe oder Schneeketten. Deswegen schließe ich nicht aus, dass der Währungsfonds nach Griechenland muss.“

Mayer sagte der Eurozone mittel- und langfristig steigende Inflation voraus. Historisch sei Inflation eine unausweichliche Folge schwerer Krisen. Diese könne bei fünf Prozent oder einer “anderen Zahl im einstelligen Bereich“ liegen. Im Kampf gegen die zunehmende Staatsverschuldung plädiert der Chefvolkswirt für eine große Steuerreform in Deutschland und für das Streichen von Ausgaben durch die Bundesregierung. Eine solche Politik könne in Deutschland die Wirtschaft jährlich allein um 0,5 Prozent wachsen lassen.

apn

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