Neuer Ausbildungspakt: DGB droht mit Scheitern

Berlin - Der neue Ausbildungspakt zwischen Politik und Wirtschaft soll am 26. Oktober in Berlin unterzeichnet. Doch der DGB droht mit einem Scheitern der Verhandlungen.

Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte, soll er “thematisch neu ausgerichtet“ werden, da sich die Ausbildungssituation in jüngster Zeit stark verändert habe. Zudem sollen laut Ministerium neue Partner dem Pakt beitreten.

Die Verhandlungen über eine Neuauflage waren zuletzt ins Stocken geraten. Es soll unterschiedliche Erwartungen der bisherigen Paktmitglieder und des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) gegeben haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich in Gesprächen mit DGB-Chef Michael Sommer und den Vorsitzenden der Einzelgewerkschaften für eine Fortführung des Ausbildungspakts eingesetzt, den der DGB in der Vergangenheit wiederholt scharf kritisiert hatte.

Den Ausbildungspakt hatten die Bundesregierung und die Spitzenverbände der Wirtschaft 2004 für zunächst drei Jahre geschlossen. Im Vordergrund stand die Überlegung, jedem ausbildungswilligen Jugendlichen eine Lehrstelle zu beschaffen, um so den Fachkräftemangel zu beheben. Der DGB drohte unterdessen mit einem Scheitern der Verhandlungen mit Bundesregierung und Wirtschaft.

Der Bundesvorstand sehe “in dem vorliegenden Entwurf einer Vereinbarung für einen Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs keine ausreichende Grundlage für eine Beteiligung der Gewerkschaften“, heißt es in einem zweiseitigen Papier des DGB-Vorstands, wie die Dortmunder “Ruhr Nachrichten“ (Freitagausgabe) vorab berichteten. Das Papier sei am Donnerstagnachmittag in einer Telefonschaltkonferenz der DGB-Führung beschlossen worden.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock sagte dem Blatt: “Wir haben über Monate zähe, anstrengende Verhandlungen geführt. Für eine mögliche Beteiligung haben wir uns eine Messlatte gesetzt: Wir wollen, dass möglichst alle Jugendlichen die Chance auf eine reguläre Ausbildung erhalten.“ Die Gewerkschaften signalisieren allerdings noch Verhandlungsbereitschaft: “Im Lichte der Gesprächsergebnisse der nächsten Tage werden wir eine Entscheidung über eine mögliche Beteiligung der Gewerkschaften am Pakt treffen“, sagte Sehrbrock.

dapd

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