Erdkabeln verteuern Bau

Korridorsuche für dritte Stromautobahn startet

+
Kunststoffrohre, durch die Strom-Erdkabel gezogen werden, werden auf einer Amprion-Baustelle verlegt. Foto: Roland Weihrauch

Ohne Nord-Süd-Stromautobahnen keine Energiewende. Sie müssen den Windstrom nach Bayern und Baden-Württemberg bringen. Das dritte dieser Mammutprojekte hat jetzt - sehr früh - mit der Beteiligung der Öffentlichkeit begonnen.

Wesel (dpa) - Die Planung von riesigen Stromautobahnen für den Transport von Windstrom in den Süden nimmt langsam Fahrt auf. eute startete der Netzbetreiber Amprion den öffentlichen Dialog für die westlichste der künftigen drei Nord-Süd-Verbindungen, die für die Energiewende unerlässlich sind.

Die Leitung soll von Emden in Niedersachsen rund 600 Kilometer weit bis Philippsburg in Baden-Württemberg führen, wo zum Jahresende 2019 das dortige Atomkraftwerk vom Netz geht. Bis 2025 soll die Leitung komplett fertiggestellt sein. Vergangene Woche hatten die Netzbetreiber Tennet, TransnetBW und 50Hertz bereits Korridor-Vorschläge für die beiden anderen Großleitungen "Suedlink" und "SuedOstLink" von Schleswig-Holstein beziehungsweise Sachsen-Anhalt in den Süden vorgelegt.

Bei dem aktuellen Projekt geht es um den gut 300 Kilometer langen und bis zu zwei Milliarden Euro teuren Nordteil der Leitung von Emden bis Osterath nahe Düsseldorf. Dabei sind Erdkabel vorgesehen. Der Weiterbau von Osterath bis Philippsburg wird getrennt geplant. Die Leitung soll künftig Strom für zwei Millionen Menschen transportieren.

Konkrete Korridore für den Nordabschnitt gebe es noch nicht, sagte Amprion-Projektleiter Klaus Wewering am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wesel (Niederrhein). Bisher seien 20 bis 40 Kilometer breite "Untersuchungsräume" für die künftigen Korridore definiert worden, in denen dann später die genaue Trasse festgelegt werde. Schon in der jetzigen sehr frühen Planungsphase suche man aber den Austausch mit der Region. "Ab jetzt fahren wir übers Land zu Gesprächen", sagte Wewering. Mitte nächsten Jahres will der Netzbetreiber konkrete Trassenkorridore vorschlagen.

Amprion erhofft sich von der sehr frühen Beteiligung und der Verwendung von Erdkabeln mehr Akzeptanz in der Bevölkerung. Allerdings verteuerten die Erdkabel das Projekt um den Faktor 3 bis 4, sagte der Projektleiter. Der Rhein müsse gequert werden - wahrscheinlich mit einem Tunnel. Auf der Höhe des dicht besiedelten Ruhrgebiets sei der Planungsraum besonders breit gefasst. Dort könnte die Trasse möglicherweise in einem Bogen Richtung Westen um das Ruhrgebiet herumgeführt werden, hieß es.

Amprion zum Netzausbau

Netzausbauprojekt A-Nord

Mehr zum Thema:

Schalke meistert Pflichtaufgabe souverän

Schalke meistert Pflichtaufgabe souverän

Grippewelle 2017: Die schlimmste Phase ist vorbei

Grippewelle 2017: Die schlimmste Phase ist vorbei

Jahresempfang des Kirchenkreises Syke-Hoya

Jahresempfang des Kirchenkreises Syke-Hoya

Leserinnen dokumentieren Umweltsünden in Sudweyhe

Leserinnen dokumentieren Umweltsünden in Sudweyhe

Meistgelesene Artikel

Was die Teilzeit-Falle für Frauen in Deutschland bedeutet

Was die Teilzeit-Falle für Frauen in Deutschland bedeutet

Rettet Karlsruhe den Bausparern heute ihre Zinsen?

Rettet Karlsruhe den Bausparern heute ihre Zinsen?

Peugeot-Chef versichert Merkel: Stehen zu Job-Garantien bei Opel

Peugeot-Chef versichert Merkel: Stehen zu Job-Garantien bei Opel

Durchbruch im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes

Durchbruch im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes

Kommentare