Nachfolger dringendst gesucht

Berlin - Jeder dritte Unternehmer sucht vergeblich einen geeigneten Nachfolger für seinen Betrieb. Dadurch sind allein im vergangenen Jahr 23.000 Arbeitsplätzen verloren gegangen. Doch warum bleiben so viele Chefsessel unbesetzt?

Das zeigt ein Report des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK), der der Tageszeitung Die Welt vorlag. Dem Bericht zufolge wurden wegen fehlender Nachfolger auf dem Chefsessel allein im vergangenen Jahr rund 1800 Unternehmen mit insgesamt mehr als 23 000 Arbeitsplätzen aufgegeben. “Die Fachkraft Chef wird immer mehr zum Engpass“, kommentierte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben in der Welt.

Jeder dritte potenzielle Nachfolger sei nur unzureichend qualifiziert, fast jeder zweite unterschätze die Anforderungen der Unternehmensübernahme, sagte Wansleben. Der demografische Wandel verschärfe die Probleme noch. Unternehmer sollten daher laut DIHK auch über Alternativen nachdenken - etwa den Verkauf an einen Mitarbeiter oder einen Existenzgründer.

Oft seien die Preisvorstellungen, mit denen Unternehmer in die Verhandlungen mit dem potenziellen Nachfolger gehen, unrealistisch. Bei 41 Prozent der Firmenchefs sei der Unternehmenspreis überhöht, das sind dem Bericht zufolge fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Übergabeprozess dauere im Schnitt drei Jahre.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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