Nach Tod von Leiharbeitern: Sozialcharta für Werft

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Angehörige und Freunde eines der Brandopfer stehen zusammen mit Medienvertretern vor dem ausgebrannten Wohnhaus für Leiharbeiter in Papenburg.

Papenburg - Mehr als eine Woche nach dem tragischen Feuertod zweier rumänischer Leiharbeiter hat die Papenburger Meyer Werft eine Sozialcharta präsentiert, die sich unter anderem gegen Lohndumping ausspricht.

Als Reaktion auf den Tod von zwei rumänischen Leiharbeitern hat die Papenburger Meyer Werft eine Sozialcharta erstellt. Die Selbstverpflichtung wurde am Montag nach einem Gespräch zwischen Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), der Werftleitung und Gewerkschaftsvertretern in Hannover vorgestellt. Dabei hatten sich die Parteien auf die Eckpunkte der Charta geeinigt. Sie soll Mindeststandards für die Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern sichern. Die beiden Arbeiter waren bei einem Feuer in ihrer Unterkunft verbrannt.

Geschäftsführer Bernard Meyer erklärte, die Charta solle helfen, „schwarze Schafe“ bei den Werkvertragsunternehmen auszuschließen. Die Charta wendet sich gegen Lohndumping, Diskriminierung und Kinderarbeit, stärkt den Gesundheitsschutz und befürwortet einen Mindestlohn von 8,50 Euro. „Wir wollen nicht in eine Ecke gerückt werden, in die wir nicht gehören“, sagte Meyer. Bei jedem neuen Vertrag werde die Charta zur Grundlage gemacht, bei den Altverträgen solle sie verhandelt werden.

Meinhard Geiken von der IG Metall sprach von einem wichtigen Schritt, dem aber verbindliche Strukturen folgen müssten. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte er. Die tarifvertraglichen Strukturen sollen noch mit der IG Metall ausgehandelt werden. „Ich gehe aber soweit zu sagen, dass dieser Tarifvertrag, den wir da verhandeln, zukunftsweisend ist“, sagte Betriebsrat Thomas Gelder. Auch Lies sprach mit Blick auf Werkverträge von einem zukunftsweisenden Signal.

Unterdessen lässt sich die genaue Ursache des tödlichen Brandes in Papenburg, bei dem die beiden rumänischen Arbeiter ums Leben gekommen sind, nicht mehr genau ermitteln. Das Gebäude sei zu stark zerstört, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft Osnabrück mitgeteilt. Den Ermittlern zufolge brach das Feuer am 13. Juli im Erdgeschoss in einer nicht mehr benutzten Sauna aus und breitete sich rasend schnell aus. Die „Wohnverhältnisse“ hätten mit dem Brand hingegen nichts zu tun.

Als das Feuer ausbrach, befanden sich laut Staatsanwaltschaft zehn Menschen in dem Haus. Zwei weitere Bewohner waren zu dem Zeitpunkt einkaufen. Acht Menschen retteten sich und sprangen dabei zum Teil auch aus den Fenstern. Für die beiden Opfer, zwei Rumänen im Alter von 45 und 32 Jahren, kam jede Hilfe zu spät. Rechtsmediziner stellten fest, dass sie an einer Rauchvergiftung starben. Die Ermittlungen dauern an. Derzeit werden Zeugen und Bewohner befragt und vernommen.

In dem 400 Quadratmeter großen Wohnhaus sind nach bisherigen Ermittlungen 30 Rumänen und Bulgaren untergebracht gewesen. Wieviele Schlafplätze tatsächlich belegt waren, weiß die Polizei aber nicht. Insgesamt gab es in dem Wohnhaus 38 Schlafplätze in 11 Schlafräumen.

dpa

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