Wettkampf um Standortvorteile

Nach Trumps Steuerreform: Deutsche Industrie fordert Entlastungen

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Merkel als Gastrednerin beim BDI: An eine neue Regierung hat der Verband vor allem eine Forderung: Runter mit den Unternehmenssteuern.

In den USA wird die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump vor allem Industrie und Reiche entlasten. Deutsche Wirtschaftsverbände sehen die Bundesregierung nun unter Zugzwang und stellen Forderungen.

Berlin - „Wir brauchen eine deutliche Entlastung der Unternehmen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben“, forderte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in Berlin.

Deutsche Unternehmen hätten in den USA bereits 255 Milliarden Dollar investiert und schaffen vor Ort knapp 700.000 Arbeitsplätze. „Mit der Steuerreform könnte hier noch einmal eine Beschleunigung einsetzen“, sagte Schweitzer. Die Reform setze für deutsche Firmen Anreize, Kapazitäten und Wertschöpfungen in den USA auszubauen.

DIHK glaubt an Wachstumsschub in den USA

Nach der Verabschiedung der Steuerreform im Senat stehen US-Präsident Donald Trump und die Republikaner kurz vor ihrem ersten großen Erfolg. Bevor Trump das Gesetz unterzeichnen kann, muss as Repräsentantenhaus noch einmal darüber abstimmen. Die Reform werde zumindest kurzfristig für einen Wachstumsschub in den USA sorgen, sagte Schweitzer. Hauptgründe seien die massive Senkung der Unternehmensteuern sowie verbesserte Abschreibungsregelungen. „Wir erwarten auch in den kommenden Jahren zusätzliche Investitionen deutscher Unternehmen in den USA in Höhe von jährlich knapp 40 Milliarden Euro.“

Auch der Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) stellt Forderungen an die Bundesregierung: "Die US-Pläne bringen es auf den Punkt: Steuerpolitik ist immer auch Standortpolitik", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang ebenfalls in Berlin. Jede neue Bundesregierung müsse sich "diesem verschärften internationalen Wettbewerb stellen". 

BDI: USA künftig ein Niedrigsteuerland

Mit 21 Prozent liege die Körperschaftsteuer in den USA künftig "deutlich" unterhalb der etwa 25 Prozent, die Unternehmen in den OECD-Staaten im Durchschnitt auf ihre Gewinne zahlten, erklärte Lang. Die Senkung des US-Steuersatzes von bisher 35 Prozent auf künftig 21 Prozent mache die USA "aus deutscher Sicht zum Niedrigsteuerland". Das Gesetzespaket in den USA enthalte erhebliche Anreize, Konzernfunktionen und Investitionen in die USA zu verlagern, erklärte Lang und verwies auf verbesserte Abschreibungsregelungen und Verschärfungen für grenzüberschreitend tätige Unternehmen. Dies mache eine umfassende Reform des Außensteuerrechts in Deutschland "umso dringlicher". 

Auch aus Sicht der mittelständischen Maschinenbauer wird die US-Reform den Standortwettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und Europa "signifikant verschärfen". Dem werde sich auch die neue Bundesregierung "konstruktiv stellen müssen", erklärte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt am Main. Wichtige Stellschrauben seien dabei neben der absoluten Höhe der Steuersätze auch eine modernere mittelstandsorientierte steuerliche Forschungsförderung sowie Abschreibungssätze, die einen Wertverlust realistisch abbildeten. 

„Chance für eine intelligente Steuerstrukturreform"

Angesichts der Rekordsteuereinnahmen in Deutschland sei "die Chance für eine intelligente Steuerstrukturreform" gegeben, erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Fabio de Masi, Finanzexperte der Linksfraktion im Bundestag, forderte hingegen Straf- und Quellensteuern "auf abfließende Dividenden, Lizenzgebühren und Zinsen, um in Deutschland erwirtschaftete Gewinne von Google und Co. hier zu versteuern". Die US-Steuerreform begünstige US-Konzerne, Superreiche und den Trump-Clan und heize "das internationale Steuerdumping" weiter an, kritisierte der Linkspolitiker. Auch Großbritannien habe seine Unternehmensteuern zuletzt massiv gesenkt, erklärte De Masi. Frankreich und die Niederlande hätten ähnliche Pläne.

Lesen Sie auch: Geht Trumps Steuer-Weihnachtsgeschenk - zu Lasten deutscher Jobs?

dpa/AFP

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