„Das ist alles nicht ausgegoren“

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Unternehmer Roland Eilers klagt über den Papierkrieg, den der Mindestlohn auslöst.

Bremen - Bis vor kurzem lief alles ganz geregelt bei der Textilreinigung Eilers. In sieben Filialen im südlichen Bremer Umland nehmen die Mitarbeiterinnen Wäsche entgegen.

In der Firmenzentrale in Thedinghausen-Morsum wäscht und bügelt das 40-köpfige Team Hemden, Blusen oder Hosen; einige Kräfte arbeiten auf Lohnsteuerkarte, die meisten aber als Minijobberinnen. „Oft junge Mütter“, sagt Firmenchef Roland Eilers. Die Frauen verdienen etwas dazu, während die Kleinen morgens in der Schule sind. Zwischen sieben und 7,50 Euro hat der Textil- und Wirtschaftsingenieur nach seinen Angaben Mitarbeiterinnen bisher gezahlt. Die festangestellten Kräfte hätten auch vor Einführung des Mindestlohns schon mehr als 8,50 Euro bekommen, sagt Eilers.

Dass er hauptsächlich auf Minijobberinnen setzt, liege am ständig wechselnden Arbeitsaufkommen. Mal sei wenig zu tun, bei schönem Wetter aber holen die Kunden ihre schicke Gaderobe aus dem Schrank und möchten sie natürlich frisch gereinigt tragen. „Da müssen wir flexibel reagieren“, sagt Eilers. Seine Mitarbeiter seien damit bislang gut zurechtgekommen.

Der Mindestlohn bedeutet für den Unternehmer einen herben Einschnitt. „60 Prozent unserer Kosten sind Personalkosten.“ Denn die empfindliche Wäsche werde überwiegend in Handarbeit gepflegt. „Für diese Arbeit gibt es keine Maschinen“, stellt der Unternehmer klar.

Durch den Mindestlohn musste Eilers komplett neu kalkulieren. Er entschied sich zu einem drastischen Schritt und hob die Preise zum Jahreswechsel deutlich an. Für das Waschen und Bügeln eines Hemdes verlangt die Reinigung nun 1,60 statt bisher 1,20 Euro. Dass er die Preise vor allem wegen des neuen Mindestlohns anhebt, macht Eilers seinen Kunden mit Aushängen in seinen Läden deutlich. „Anders würden mir die Kosten davonlaufen, ich hätte keine wirtschaftliche Perspektive mehr“, sagt der Unternehmer.

Und wie reagieren die Kunden? Manche hätten Verständnis gezeigt. Andere haben angekündigt, künftig lieber selbst zu waschen und zu bügeln. „Am Ende stimmen die Kunden über die neuen Preise mit den Füßen ab“, sagt der Textilexperte. Drei Monate nach Einführung des Mindestlohns lasse sich aber noch keine klare Tendenz erkennen.

Was aber schon jetzt feststeht, ist die Mehrarbeit für den Firmenchef. Um alle Formulare in Sachen Mindestlohn zu kontrollieren, zu bearbeiten und weiterzuleiten, sitzt Eilers jeden Tag eine halbe Stunde länger im Büro. „Das ist alles nicht ausgegoren“, klagt der Unternehmer. pe

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