Möbel werden drei bis vier Prozent teurer

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Die deutsche Möbelindustrie liegt auf Wachstumskurs.

Köln - Die deutschen Verbraucher müssen sich auf weiter steigende Möbelpreise einstellen. Der Verbandschef macht steigende Rohstoffkosten und Tariferhöhungen dafür verantwortlich.

Der Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, Elmar Duffner, sagte am Mittwoch in Köln, wegen der steigenden Rohstoffkosten und der Tariferhöhungen müssten die deutschen Hersteller für 2013 ihre Abgabepreise an den Handel um „gut drei bis vier Prozent“ erhöhen. Offen sei allerdings, wie viel davon der Handel an die Kunden weitergebe.

Dank der ungebrochenen Kauflust der Bundesbürger blieb die deutsche Möbelindustrie auch im ersten Halbjahr weiter auf Wachstumskurs. Insgesamt steigerten die Hersteller ihre Umsätze um 4,5 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Allerdings verliert der Aufwärtstrend inzwischen deutlich an Schwung. Für das Gesamtjahr rechnet die Branche „nur“ noch mit einem Wachstum von drei Prozent.

Die Branche profitiert bislang vor allem vom robusten Heimatmarkt, wo die gute Arbeitsmarktlage, historisch niedrige Zinsen und der Wunsch der Verbraucher, in bleibende Werte zu investieren, die Nachfrage beflügelten. Doch sei auch hier inzwischen eine Abschwächung erkennbar, sagte Duffner.

„Senkrechtstarter Russland“

Deutlich schlechter laufen die Geschäfte für die deutschen Möbelhersteller Duffner zufolge aktuell wegen der Schuldenkrise in Südeuropa. Die Exporte nach Spanien und Griechenland brachen um mehr als 20 Prozent ein. Doch auch im wichtigsten Exportland für die deutschen Möbelhersteller Frankreich und in den Beneluxstaaten waren die Absatzzahlen stark rückläufig.

Allerdings kann die Branche zumindest einen Teil der Einbußen in diesen Ländern durch kräftiges Wachstum in Russland und China ausgleichen. Der „Senkrechtstarter Russland“ sei inzwischen der wichtigste außereuropäische Markt für die deutschen Hersteller, sagte Duffner.

Eine wachsende Rolle für die Möbelindustrie dürfte in Zukunft der Online-Handel spielen, erwartet Duffner. Bislang würden zwar erst sechs bis zehn Prozent der Möbel per Internet vermarktet. Doch werde diese Entwicklung in den nächsten Jahren deutlich an Dynamik gewinnen. Darauf stellten sich auch immer mehr stationäre Händler ein.

Die Beschäftigtenzahl in der deutschen Möbelindustrie stieg zwischen Januar und Juni um 1,9 Prozent auf rund 90.300 Mitarbeiter. Berücksichtigt wurden dabei aber nur Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern.

dapd

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