Börse in Frankfurt

Dax mit größtem Tagesverlust seit drei Wochen

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Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main (dpa) - Turbulenzen bei Automobilwerten haben dem Dax am Freitag den größten Tagesverlust seit drei Wochen eingebrockt. Der über weite Strecken wenig bewegte Leitindex tauchte am Nachmittag immer tiefer ins Minus ab, als Kartellvorwürfe gegen die Autobranche die Runde machten.

Weil diese im Dax stark gewichtet ist, fiel er letztlich um 1,66 Prozent auf 12 240,06 Punkte. Im Laufe der Woche weitete er seine Verluste so auf etwas mehr als 3 Prozent aus.

Der wichtigste Grund für den Kursrutsch war ein Bericht des "Spiegel", wonach die deutschen Autobauer unter dem Verdacht jahrelanger illegaler Absprachen zu Lasten von Verbrauchern und Zulieferern stehen. Ein Faktor waren außerdem die abrutschenden Ölpreise und der weiterhin starke Euro, der sich am Freitag deutlich über der Marke von 1,16 US-Dollar behauptete.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es um 1,21 Prozent auf 24 556,07 Punkte bergab. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,74 Prozent auf 2274,87 Zähler.

Der Euro hatte am Donnerstag nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) den höchsten Stand seit fast zwei Jahren erreicht und behauptete sich nun auf diesem Niveau. Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi hatten zwar wenig Neues enthalten.

Die Devisenexperten der Commerzbank merkten allerdings an, er habe die jüngste Aufwertung des Euro ignoriert und damit dessen weiteren Anstieg möglich gemacht. Die Rohölpreise, die bei vielen Anlegern als Indikator für die konjunkturelle Entwicklung gelten, zogen den Markt mit nach unten.

Aktien der Autobauer kamen nach dem "Spiegel"-Bericht unter Druck. Demnach sollen sie sich in einem gemeinsamen Kartell über Technik, Kosten und Zulieferer abgesprochen haben. Das Magazin berief sich dabei auf einen Schriftsatz, den VW bei den Wettbewerbsbehörden eingereicht haben soll. Auch Daimler habe eine "Art Selbstanzeige" hinterlegt. Die VW-Vorzugsaktien sackten um 3,64 Prozent ab. Für BMW und Daimler ging es um 2,61 beziehungsweise 2,07 Prozent bergab.

Negativ übertrumpft wurden die Autowerte im Dax aber noch von den Infineon-Aktien, die um 4,66 Prozent abrutschten. Sie reagierten damit vor allem auf einen negativen Analystenkommentar der Investmentbank Exane BNP Paribas.

Im MDax stand bei Hochtief ein deutlicher Kursrückgang von fast fünfeinhalb Prozent zu Buche, was die Aktien des Baukonzerns zum größten Indexverlierer machte. Im TecDax ging der Rückgang beim Netzwerkausrüster Adva Optical ungebremst weiter.

Die Aktien von Sartorius büßten im TecDax nach der Vorlage von Halbjahreszahlen mehr als 4 Prozent ein. Trotz einer deutlichen Ergebnissteigerung hatte der Labor- und Pharmazulieferer einem Händler zufolge die Erwartungen verfehlt.

Europaweit war das Bild ähnlich trübe wie in Deutschland. Der EuroStoxx 50 fiel um 1,37 Prozent auf 3451,71 Punkte. Während der CAC-40 in Frankreich um mehr als 1,5 Prozent nachgab, schlug sich der Londoner FTSE 100 mit gut einem halben Prozent etwas besser. Auch der Dow Jones Industrial in New York bewegte sich zum Handelsschluss in Europa nur moderat im negativen Terrain.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,32 Prozent am Vortag auf 0,28 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,20 Prozent auf 140,90 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,27 Prozent auf 162,41 Punkte. Der Euro stand bei 1,1655 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1642 (Donnerstag: 1,1485) Dollar festgesetzt.

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