Middelhoff fordert Millionen

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Thomas Middelhoff fordert in einem Zivilprozess Millionen von der Bank Sal. Oppenheim - mit begrenzten Erfolgsaussichten. Foto: Thilo Schmülgen/Archiv

Köln (dpa) - Dem früheren Topmanager Thomas Middelhoff droht eine neue Niederlage vor Gericht. Das Kölner Landgericht sieht in einem von ihm angestrengten Zivilprozess gegen die Bank Sal. Oppenheim "nach derzeitigem Sach- und Streitstand recht ungünstige Aussichten für die Klage".

Der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl sagte am Dienstag in der mündlichen Verhandlung, er habe "ziemliche Probleme mit der Substanz des klägerischen Vortrags". Die Entscheidung soll am 3. Februar verkündet werden.

Middelhoff, der ehemalige Chef des Arcandor-Konzerns (Karstadt/Quelle), fordert in dem Verfahren zusammen mit seiner Ehefrau laut Gericht eine Summe von gut 100 Millionen Euro von Sal. Oppenheim. Er sei bei der Anlage in mehrere Fonds falsch beraten worden. Das Bankhaus wiederum verlangt dem Richter zufolge ebenfalls mehr als 100 Millionen Euro von Middelhoff im Rahmen einer Widerklage. Er habe Darlehen nicht zurückgezahlt.

Singbartl erläuterte unmittelbar nach der Verhandlung, wahrscheinlich sei, dass nur eine Klage Erfolg haben werde: Entweder bekomme Middelhoff sein Geld und die Widerklage werde abgewiesen oder aber Middelhoffs Klage scheitere und Sal. Oppenheims Forderungen würden erfüllt.

Der Manager erschien am Dienstag nicht selbst vor Gericht, da er zurzeit in Untersuchungshaft ist. Er war am Freitag vom Landgericht Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wegen Fluchtgefahr wurde Middelhoff jedoch in U-Haft genommen. Das Landgericht Köln hatte ursprünglich das persönliche Erscheinen von Middelhoff angeordnet.

Der Streit zwischen den Middelhoffs und dem Bankhaus war nach der Insolvenz des Arcandor-Konzerns 2009 entbrannt. Middelhoff hatte sich an mehreren Oppenheim-Esch-Fonds beteiligt. Bei einigen seiner Forderungen sieht Singbartl eine "Verjährungsproblematik", weil die Investments schon bis zu zehn Jahre zurückliegen. Entgegen früherer Angaben des Gerichts richtet sich die Middelhoff-Klage nicht gegen die Sparkasse Köln/Bonn.

Der Manager hatte 2005 die Führung des angeschlagenen KarstadtQuelle-Konzerns übernommen, ihn umgebaut und in Arcandor umfirmiert. Mit der Insolvenz stand auch Sal. Oppenheim vor dem Ruin. Die Bank hatte zuletzt große Arcandor-Aktienbestände übernommen.

Der Kölner Prozess ist wichtig für Middelhoff. Im Sommer hatte er der Deutschen Presse-Agentur gesagt, er sei nicht pleite, komme allerdings an seine Liquidität nicht heran. Diese werde von Sal. Oppenheim blockiert. Nach Middelhoffs damaliger Schilderung gibt es mehrere millionenschwere Forderungen gegen ihn, auch von seinem früheren Vermögensverwalter Josef Esch. Vor einem Gerichtsvollzieher hatte Middelhoff bereits seine Vermögensverhältnisse offenlegen müssen.

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