US-Filmstudio MGM ist pleite

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Unverwechselbar: Der MGM-Löwe.

New York/Los Angeles - MGM ist pleite. Fehlende Kassenschlager und ein Berg an Schulden haben das legendäre Hollywood-Studio in die Knie gezwungen. Doch es gibt einen Rettungsplan.

Das waren waren noch Zeiten, als sich Rhett Butler und Scarlett O'Hara in “Vom Winde verweht“ in den Armen liegen. Abermillionen Menschen strömten 1939 in die Kinos, um das Traumpaar der Leinwand schlechthin zu sehen. Das US-Bürgerkriegsdrama räumte acht Oscars ab, es war ein Triumph sondergleichen für das Filmstudio MGM.

Der Löwe hat ausgebrüllt

Lange vorbei: Am Mittwoch beantragte Metro-Goldwyn- Mayer vor einem Gericht in Manhattan die Insolvenz. Unzählige Besitzerwechsel haben aus dem brüllenden Löwen einen zahnlosen Tiger gemacht. Die Kassenschlager blieben aus, die Schulden wuchsen. Heute produziert MGM kaum noch neue Filme. Die Blockbuster kommen schon lange von anderen.

Das Siechtum von MGM hat sogar einen der letzten lebenden Helden des Studios zur Untätigkeit verdammt: James Bond. Der mittlerweile 23. Teil der 007-Reihe liegt auf Eis, bis das Schicksal von MGM entschieden ist. Doch es besteht durchaus Hoffnung, dass es weitergeht. Rund 4 Milliarden Dollar an Schulden müssen dafür aus dem Weg geräumt werden - die Insolvenz soll es ermöglichen. Die Gläubiger haben bereits einen Rettungsplan ausgeheckt, den nun noch das Gericht billigen muss. Danach erlassen sie MGM die Schulden und übernehmen dafür die Kontrolle.

Riesiges Filmarchiv ist größter Schatz

Mit den Gründern der kleinen, aber erfolgreichen Filmproduktionsfirma Spyglass, Roger Birnbaum und Gary Barber, stehen schon neue Studiobosse bereit. Das neue Management kann auf die Unterstützung von Rhett Butler, Scarlett O'Hara und James Bond zählen: MGM besitzt das größte Archiv von Hollywood. In den Kellern liegen rund 4100 Filme und 10 500 Stunden Fernsehunterhaltung. Es ist der Schatz des Unternehmens. Zu den ganz großen Erfolgen gehören auch die “Rocky“-Streifen, “Rain Man“ oder “Manche mögen's heiß“. Insgesamt hatte MGM über die Jahrzehnte 205 Oscars mit seinen Produktionen eingeheimst.

Gegründet wurde MGM 1924 von Marcus Loew. Der Kinobesitzer hatte das Problem, genügend Filme für seine Leinwände heranzukriegen. Also kaufte er nach und nach die Studios Metro Pictures Corp., Goldwyn Pictures und Louis B. Mayer Productions auf und verschmolz sie zu Metro-Goldwyn-Mayer. Es folgten goldene Jahrzehnte. Doch der Erfolg nahm unter neuen Herren kontinuierlich ab, daran änderte letztlich auch die Übernahme des von Charlie Chaplin mitgegründeten Studios United Artists 1981 nichts.

Alleine der US-Milliardär Kirk Kerkorian kaufte und verkaufte MGM gleich dreimal, beginnend 1969. Viele Besitzer schielten mehr auf das Archiv, als neue Filme ins Kino zu bringen. Zu dieser Gattung gehörte auch das Konsortium um den japanischen Elektronik- und Unterhaltungskonzern Sony. Die Investoren kauften MGM 2005 auf Pump für 5 Milliarden Dollar und bürdeten dem Studio - wie bei solchen Geschäften üblich - die Schulden auf. Doch der erhoffte Geldsegen aus der Vermarktung der Filme blieb aus. Dagegen wuchsen die Schulden.

Der Versuch, MGM zu verkaufen, scheiterte an mangelndem Interesse oder den Preisvorstellungen. Als letztes bot der Rivale Lions Gate mit Rückendeckung von US-Milliardär Carl Icahn eine Fusion an, doch die Mehrheit der Gläubiger lehnte ab. Nun soll es MGM befreit von seiner Schuldenlast alleine schaffen. Dabei setzen die neuen Studiobosse auf ein bewährtes Rezept: Sie wollen gute neue Filme produzieren. Ein Happy End scheint möglich.

Von Daniel Schnettler

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