"USA brauchen Mexiko"

Mexikanischer Milliardär Slim: "Trump ist nicht Terminator"

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Der mexikanische Geschäftsmann Carlos Slimmit mit einem Buch von US-Präsident Trump. Foto: Rebecca Blackwell

Der schwerreiche Unternehmer Carlos Slim stärkt Mexikos Präsident Peña Nieto für die Gespräche mit der US-Regierung den Rücken. Die Vereinigten Staaten bräuchten das Nachbarland. Das beste Mittel gegen illegale Einwanderung seien ohnehin Investitionen und Jobs in Mexiko.

Mexiko-Stadt (dpa) - Im politischen Streit mit den USA sieht der reichste Mann Mexikos sein Land in einer guten Position. "Es werden erbitterte, schwierige Verhandlungen", sagte der Multimilliardär Carlos Slim am Freitag.

"Aber Mexiko ist der bestmögliche Partner der USA. Die USA brauchen mexikanische Arbeiter, wenn sie ihr Wachstumsziel von vier Prozent erreichen wollen."

Der neue US-Präsident Donald Trump lasse durchaus mit sich reden, glaubt der Telekommunikationsunternehmer. "Er ist kein Terminator, sondern ein Negotiator (Verhandler)", sagte Slim. "Ich glaube, er ist jemand mit gesundem Menschenverstand, intelligent. Wahrscheinlich provoziert er, um dann verhandeln zu können."

Slim hatte sich im Dezember mit Trump zum Abendessen getroffen. Der Besitzer des Telekommunikationskonzerns América Móvil ist auch Hauptaktionär der "New York Times". Mit einem geschätzten Vermögen von 50 Milliarden US-Dollar ist der Mexikaner laut der Zeitschrift "Forbes" der viertreichste Mann der Welt.

Dass der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto nach einer Reihe von Provokationen aus Washington das für kommende Woche geplante Treffen mit Trump abgesagt hat, hält Slim für richtig. Für die Entscheidung erhielt der sonst unbeliebte Staatschef in Mexiko Unterstützung über viele Parteien und Gesellschaftsschichten hinweg. "Es ist schön, das Land so geeint zu sehen", sagte Slim.

Am Freitag traf sich Peña Nieto mit Senatoren, Gouverneuren und Unternehmern, um sie auf eine gemeinsame Linie in der Auseinandersetzung mit Trump einzuschwören. In der jüngsten Sparrunde freigewordene Haushaltsmittel sollten für den Schutz der Mexikaner in den USA verwendet werden, hieß es nach dem Treffen im Präsidentenpalast. Das Geld werden den 50 Konsulaten in den Vereinigten Staaten zur Verfügung gestellt.

Trump will an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen, um illegale Einwanderung und Drogenschmuggel zu stoppen. Um das milliardenteure Megaprojekt zu finanzieren, zieht Trump eine Importsteuer von 20 Prozent auf alle mexikanischen Produkte in Erwägung. Damit würde er wohl gegen die Regeln des Freihandelsabkommen Nafta und der Welthandelsorganisation verstoßen. Zudem will er Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung abschieben.

Nach Auffassung von Slim würde eine Abschottung der Vereinigten Staaten letztlich der US-Wirtschaft schaden. Die illegale Migration in die USA sei den fehlenden Chancen in Mexiko geschuldet. "Der beste Grenzzaun sind Arbeitsplätze und Investitionen in Mexiko", sagte der Unternehmer.

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