Metro will Großhandel wieder erfolgreich machen

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Metro will dem Großhandel wieder auf die Beine helfen.

Düsseldorf - Mit einer Wachstums-Offensive will der Metro-Konzern seine schwächelnde Großhandelssparte wieder auf Erfolgskurs bringen.

Ein neues Vertriebskonzept und Preissenkungen sollen insbesondere die 61 deutschen Cash & Carry Märkte profitabler machen, wie Metro-Chef Eckhard Cordes am Montag berichtete. Mit einem Minus von 6,6 Prozent ging der Umsatz in dem Bereich auch im zweiten Quartal deutlich zurück. Insgesamt konnte der Handelsriese in den Monaten April bis Juni jedoch wieder einen Gewinn in Höhe von 48 Millionen Euro verbuchen. Ziel sei es nun, die Sortimente im Großhandelsbereich Cash & Carry deutlich präziser auf den Bedarf professioneller Kunden zuzuschneiden, erklärte Cordes.

Auch der Anteil der Eigenmarken solle - ähnlich wie bei den Restrukturierungsanstrengungen der SB-Warenhaustochter Real - von 11 auf rund 20 Prozent steigen. Die Maßnahmen sind Teil des im Januar aufgelegten Milliarden-Sparprogramms “Shape 2012“, das auch die Streichung von weltweit rund 15.000 der insgesamt 300.000 Stellen im Konzern vorsieht. Cordes sprach am Montag von 15.000, möglicherweise auch 17.000 Stellen, die wegfallen könnten.

Schließung weiterer Kaufhof-Filialen nicht ausgeschlossen

Das Düsseldorfer Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, mit Hilfe des Programms noch in diesem Jahr den Ergebnisrückgang in den deutschen Großhandelsmärkten zu stoppen. Die Kosten bei Cash & Carry Deutschland sollen bis 2012 um 150 Millionen Euro gesenkt werden. Insgesamt will Metro mit seinem Sparprogramm das Ergebnis bis 2012 um rund 1,5 Milliarden Euro steigern. Auch die Schließung weiterer Kaufhof-Filialen sei nicht ausgeschlossen, hieß es am Montag.

Für die Umsetzung des Sparprogramms rechnet der Handelsriese mit einem Einmalaufwand von 650 Millionen Euro. Deutlich zu spüren bekommt die Metro derzeit die Zurückhaltung der Verbraucher und den Währungsverfall in Osteuropa. Zwar schrieb der Konzern im zweiten Quartal insgesamt wieder schwarze Zahlen. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 3,8 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis (Ebit) vor Sonderfaktoren fiel um 20 Millionen auf 307 Millionen Euro. Bereinigt um die negativen Währungseffekte blieben die Erlöse nach Konzernangaben stabil.

Festhalten an Expansionskurs

An seinem Expansionskurs will das Unternehmen trotz Konsumflaute festhalten. Nach der Eröffnung von 30 neuen Standorten im ersten Halbjahr sollen weitere 50 Märkte vor allem in Osteuropa und Asien bis Jahresende folgen. “Damit verfügen wir über eine herausragende Ausgangsposition für den nächsten Aufschwung“, betonte Cordes. Zugleich bekräftigte Cordes sein Interesse an einem Zusammenschluss der Kaufhof-Filialen mit den insolventen Karstadt-Häusern. “Eine Kombination macht aus unserer Sicht weiter Sinn, aber wir müssen erst einmal abwarten, was weiter bei Arcandor passiert“, erklärte er.

Einen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr wagte der Konzern weiterhin nicht. Cordes erklärte lediglich, man gehe im zweiten Halbjahr von einem geringerem Minus beim Ebit aus als in den ersten sechs Monaten. Im ersten Halbjahr war das betriebliche Ergebnis vor Sonderfaktoren um 20,6 Prozent gesunken. In Westeuropa zeigten sich jedoch bereits wieder erste vorsichtige Anzeichen einer Stabilisierung, sagte der Metro-Chef.

AP

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