IG Metall will mit Lohnverzicht Jobs sichern

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IG Metall will mit Lohnverzicht Jobs sichern.

Stuttgart/Frankfurt - In der kommenden Tarifrunde will die IG Metall auf hohe Entgeltforderungen verzichten und so Jobs sichern. Sie reagiert damit auf die Krise.

Es müssten vorrangig betriebsbedingte Kündigungen verhindert und Auszubildende übernommen werden, erklärte der Gewerkschaftsvorsitzende Berthold Huber in einem Interview der “Stuttgarter Zeitung“ (Montag). “Eine Krise ist für die Gewerkschaften nie der Fanfarenstoß für Erfolge an der Entgeltfront“, sagte er. Die Luft für Tariferhöhungen sei dünn, erklärte Huber, ohne sich auf eine konkrete Größenordnung festzulegen.

Huber nannte die geringe Inflation und die wegen der Kurzarbeit gesunkene Produktivität als Gründe für die geplante Lohnzurückhaltung. Die IG Metall werde keine Lohnforderung im üblichen Sinne erheben. Mit der klassischen Formel der Tarifverhandlungen, die sich aus Inflation und Produktivität zusammensetzt, “werden wir diesmal nicht weiterkommen“, sagte Huber. Vielmehr würden die Themen Beschäftigung, Verhinderung von betriebsbedingten Kündigungen und Übernahme von Auszubildenden “die großen Herausforderungen sein, um die es in der Tarifrunde geht“.

Eine “qualitative Tarifrunde“

Huber kündigte eine “qualitative Tarifrunde“ an und “keine, in der es vor allem um Geld geht.“ Die IG Metall habe in den Tarifpolitik letztlich immer einen pragmatischen Kurs gefahren, betonte Huber. An der Gewerkschaftsbasis erkenne er im Moment keine zugespitzte Debatte über Lohnforderungen. “Unser Motto “Keine Entlassungen“ trägt“, sagte der Gewerkschaftschef. “Wenn das nicht mehr hält, sieht alles anders aus“, warnte er die Arbeitgeber vor einer Kündigungswelle. Von der neuen Bundesregierung verlangte Huber, die bestehenden Kurzarbeitsregelungen zu verlängern.

Dem Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und FDP stellte er ein schlechtes Zeugnis aus, weil wichtige Entscheidungen verschoben würden. “Die Vereinbarungen zum Beispiel zur Gesundheitspolitik sind sozialer Sprengstoff, den die FDP gelegt hat. Ob er zündet, wird sich wohl erst nach der Wahl in NRW erweisen.“ Huber kritisierte auch die geplanten Steuerentlastungen für Unternehmen. “Die jetzt von Schwarz-Gelb beschlossenen Regelungen werden die Möglichkeiten der Gewinnverlagerung ins Ausland erweitern. So saniert man nicht die Staatsfinanzen.“

dpa

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