1400 Arbeitsplätze werden ausgelagert

IG Metall: Siemens streicht 5100 Stellen

München - Siemens will in Deutschland nach Berechnungen der IG Metall in den kommenden zwei Jahren rund 5100 Arbeitsplätze streichen. Über 1000 Stellen sollen außerdem ausgelagert werden.

Weitere 1400 Stellen in Deutschland sollen ausgelagert oder durch Verkauf an andere Firmen übertragen werden, wie ein Gewerkschafter am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Vorstandschef Peter Löscher hatte im November ein Sparprogramm vorgelegt, mit dem er die Kosten um sechs Milliarden Euro senken will. Das betrifft nach Berechnungen der IG Metall etwa 4300 Stellen in Deutschland. Beim Rest handelt es sich um bereits früher angekündigte und zum Teil schon laufende Einschnitte wie etwa in der Medizinsparte, im Nürnberger Trafowerk oder bei der Fertigung von Windrad-Getrieben.

Ein Siemens-Sprecher sagte, er könne die von der IG Metall genannte Gesamtzahl nicht bestätigen. Das Management schaue sich die einzelnen Geschäftsfelder an und bespreche Entscheidungen dann zuerst mit den Mitarbeitern vor Ort.

Wie Stellenabbau oder -übertragung jeweils umgesetzt werden, muss Siemens mit den Arbeitnehmervertretern für jede Maßnahme einzeln verhandeln. Betriebsbedingte Kündigungen sind durch einen unbefristeten Vertrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung grundsätzlich ausgeschlossen.

Der Abbau von 1500 Stellen bei der Lichttochter Osram AG und von fast 3000 Stellen bei dem Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) in Deutschland sind bei der Rechnung nicht mitgezählt.

Die Siemens AG hat ihre Mitarbeiterzahl im Kerngeschäft in Deutschland im vergangenen Jahren um 3000 auf 119 000 erhöht, ist aber im Konjunkturabschwung bei der Gewinnmarge gegenüber den wichtigsten Konkurrenten ins Hintertreffen geraten und deshalb jetzt auf einen Sparkurs umgeschwenkt.

dpa

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