Medienberichte: HSH Nordbank soll 22 Millionen Bußgeld zahlen

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Das Logo der HSH Nordbank in Hamburg: Laut SZ, NDR und WDR hat die frühere Luxemburger Filiale der HSH Nordbank Kunden aus Deutschland mit Briefkastenfirmen aus Panama versorgt. Foto: Bodo Marks

Die HSH Nordbank will mit ihrer teils dubiosen Vergangenheit aufräumen. Finanzvorstand Stefan Ermisch räumt strafrechtliche Altlasten ab und bezahlt dafür Bußgeld.

Hamburg/Köln (dpa) - Die HSH Nordbank soll nach Medienberichten ein Bußgeld von 22 Millionen Euro bezahlen, weil sie reichen Kunden bei der Hinterziehung von Steuern geholfen haben soll.

Die frühere Luxemburger Filiale der Landesbank habe zwischen 2006 und 2011 jahrelang Briefkastenfirmen vermittelt, bei denen vermögende Kunden Geld vor dem Fiskus verstecken konnten, heißt es bei Süddeutscher Zeitung (Mittwochsausgabe), NDR und WDR. Auf die Strafzahlung habe sich die Bank mit der Kölner Staatsanwaltschaft verständigt, wo die Ermittlungen geführt werden. Der Bußgeldbescheid sei jedoch noch nicht erlassen.

Die HSH Nordbank gab zu dem Vorgang nur eine allgemeine Stellungnahme ab. "Wir sind seit Monaten in vertrauensvollen Gesprächen mit der Kölner Staatsanwaltschaft", sagte ein Sprecher. "Da dies ein laufendes Verfahren ist, werden wir uns zu Details nicht äußern." Auch von der Kölner Staatsanwaltschaft gab es keine Erklärung zu dem Fall und eventuell weiteren Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung gegen andere Banken.

Laut SZ, NDR und WDR hat die frühere Luxemburger Filiale der HSH Nordbank Kunden aus Deutschland mit Briefkastenfirmen aus Panama versorgt. Bei diesen Scheingesellschaften mit Namen wie Minigolfs Investments konnten Klienten der HSH Vermögen vor dem Fiskus verstecken. Gegen diese Bankkunden laufen nun Steuerverfahren.

Die HSH sei die erste Staatsbank, die systematischer Steuerdelikte überführt sei und dies auch zugebe, heißt es in den Berichten.

Nach dpa-Informationen aus Finanzkreisen will HSH-Finanzvorstand Stefan Ermisch strafrechtliche Altlasten abräumen. Die Bank habe deshalb intensiv mit den Behörden kooperiert. Als Strafzahlung des Bußgeldes sind nur rund drei Millionen Euro zu betrachten; der Rest ist die Abschöpfung unrechtmäßiger Gewinne aus den illegalen Geschäften.

Der Vorstand der HSH will den Aufsichtsrat bei dessen nächster Sitzung am 27. August über den Deal mit den Kölner Strafverfolgern informieren, der formal noch nicht umgesetzt sei. Am 28. August stellt die Bank öffentlich ihre Halbjahres-Ergebnisse vor. Dabei könnte es neue Erkenntnisse über die weitere Zukunft der Bank geben.

Noch in diesem Jahr muss im Zusammenhang mit dem EU-Beihilfeverfahren geregelt werden, wie die HSH-Nordbank in Zukunft aufgestellt und finanziert sein soll. Dabei werden möglicherweise auch die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein nochmals zur Kasse gebeten, die bereits 2008 die Bank retten mussten.

Die HSH ist nach den Recherchen nicht die einzige Bank im Fokus der Ermittler. Die Hypo-Vereinsbank habe sich mit der Staatsanwaltschaft bereits auf eine Geldbuße von knapp 20 Millionen Euro geeinigt. Bei der Commerzbank, werde noch ermittelt. Die Staatsanwaltschaft aus Köln habe dem Vernehmen nach noch mindestens drei weitere Institute im Visier, darunter zwei Landesbanken.

Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) sagte zu der geplanten Strafe für die HSH, wenn immer mehr Banken mit ihren dunklen Kapiteln abschließen wollten, sei das "anerkennenswert, mehr aber auch nicht". Mit den aktuellen Bußgeldfällen werde sichtbar, wie weit die Steuerhinterziehung und die Beihilfe hierzu in Deutschland als "Geschäftsmodell" verbreitet gewesen seien.

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