ZDF-Talk

Rossmann-Chef kann sich bei Lanz nicht kritisch über Erdogan äußern

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Mit seiner Drogerie-Kette beschäftigt er 54.000 Menschen: Dirk Roßmann.

Die Drogerie-Kette Rossmann beschäftigt rund 1700 Menschen in der Türkei. Im ZDF sagt ihr Chef, warum er mit Erdogan-Kritik vorsichtig ist.

München - Dirk Roßmann sitzt im ZDF-Stuhl, die Beine überschlagen. Er sei locker geworden, sagt der Mann, der 54.000 Menschen beschäftigt. Mit seiner Drogerie-Kette Rossmann hat er viele Milliarden Euro umgesetzt. In der Sendung „Markus Lanz“ erzählt er seine Geschichte, setzt sich aber auch mit Themen auseinander, über die sich nicht so locker reden lässt. Etwa die politische Lage Deutschlands.

Es kommt schließlich die Frage auf, warum die deutschen Unternehmer sich in diesen Tagen nur selten politisch positionieren. Sie seien eben nicht so selbstbewusst, wie es nach außen wirkt, sagt Roßmann. „Wenn eine Fernsehkamera an ist und auch Leute da sind, die widersprechen, dann denken sie: ‚Da kann ich nur verlieren und halte mich lieber raus.‘“

Rossmann-Chef: Wenn eine Frau ein Kopftuch trägt, haben wir damit kein Problem.

Was passiert, fragt Markus Lanz, wenn sich ein Unternehmen öffentlich gegen die AfD stellt. „Dann habe ich 13 Prozent weniger Kunden“, antwortet Roßmann sofort. Er werde das auch nicht so explizit sagen. Aber: „Ich bin kein Freund der ganz Rechten und auch kein Freund der ganz Linken. Ich bin ein Freund der breiten Mitte.“

Er selbst habe, sagt Roßmann, in der Vergangenheit bereits klare Kante gezeigt. Der Unternehmer beschäftigt Menschen aus 96 Nationen. Wenn eine Frau ein Kopftuch trägt, „haben wir damit kein Problem“.

Roßmann zur Erdogan-Debatte: Habe Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern in der Türkei

In einer Debatte ist Dirk Roßmann trotzdem vorsichtig geworden: der um Recep Tayyip Erdogan. Als er vor zwei Jahren ein paar klare Sätze zum umstrittenen türkischen Präsidenten formuliert habe, sei er von seiner Familie und auch seinen türkischen Mitarbeitern zurückgepfiffen worden. „Sie sagten: Halt dich mal lieber zurück.“ Warum, fragt Lanz. „Wenn ich das hier sage, halte ich mich nicht zurück“, kontert Roßmann. Jeder kenne aber seine Meinung. 

Doch er habe eben eine Verantwortung den Mitarbeitern in der Türkei gegenüber. Die Drogerie-Kette beschäftigt rund 1700 Mitarbeiter.

Alle Infos zu Erdogan und der Türkei finden Sie im News-Ticker.

Lesen Sie auch: Kohnen alarmiert vor Bayern-Wahl: „Das rollt seit Jahren auf uns zu“

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