Lokführer streiken in Berlin und Brandenburg

Berlin - Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder am Donnerstagmorgen wieder zum Streik aufgerufen. Der Arbeitskampf trifft die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG). Damit müssen Fahrgäste rechnen:

Fahrgäste müssen sich auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Seit 2.00 Uhr sollten die Bahnen in Berlin und Brandenburg ruhen, hieß es in einer Mitteilung. Das Ende des Streiks blieb zunächst offen. Ziel des Streiks sind bessere Sozialabsicherungen und ein höheres Gehalt.

Nach GDL-Ansicht solle die ODEG den Tarifkonflikt nicht länger eskalieren lassen und sich wieder an den Verhandlungstisch setzen. “Wir haben einen langen Atem“, sagte der Vorsitzende des GDL-Bezirks Berlin-Sachsen-Brandenburg, Frank Nachtigall, in einer Mitteilung vom Donnerstagmorgen.

Die ODEG richtete teilweise einen Schienenersatzverkehr ein. Auf einigen Strecken fallen die Züge ganz aus. Nach Bedarf sollen am Abend auch Taxis Fahrgäste befördern, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

In dem seit Monaten dauernden Tarifkonflikt mit Konkurrenten der Deutsche Bahn AG (DB) will die GDL für die rund 26 000 Lokführer in Deutschland einheitliche Tarif- und Arbeitsbedingungen durchsetzen. Für die 20 000 DB-Lokführer ist der Rahmentarifvertrag schon seit April unter Dach und Fach.

In der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft eine schärfere Gangart angekündigt: Streiks würden nicht mehr zwölf Stunden vorher, sondern nur kurzfristig bekanntgegeben. Mit dieser Taktik sollen die noch neun verbliebenen DB-Konkurrenten, die sich gegen die Forderungen der GDL sträuben, zurück an den Verhandlungstisch gezungen werden.

Der GDL zufolge gebe es bei der ODEG gravierende Unterschiede beim Einkommen. So lägen die Löhne rund 30 Prozent unter dem Niveau der einheitlichen Rahmenregelungen. Diese gelte bereits für neun von zehn Lokführern in Deutschland.

Der GDL-Rahmentarif stößt bei einigen Regiobahnen immer noch auf massiven Widerstand. Die Unternehmen argumentieren unter anderem, die GDL vertrete “Minderheitsinteressen“, unter denen andere Arbeitnehmer zu leiden hätten.

dpa

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