Lösung für griechische ThyssenKrupp-Werft HSY

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Für die Zukunft der zum ThyssenKrupp-Konzern gehörenden HSY-Werft in Griechenland scheinen die Weichen gestellt.

Athen/Essen - Nach monatelangem Ringen um die Zukunft der zum ThyssenKrupp-Konzern gehörenden griechischen Werft Hellenic Shipyards (HSY) ist eine Lösung in Sicht.

Am Freitagmorgen stimmte erwartungsgemäß auch der zuständige Regierungsrat (KYSEA) zu, 75,1 Prozent der Werft an den arabischen Schiffbauer Abu Dhabi Mar zu verkaufen. Der Rest bleibt bei ThyssenKrupp.

Die bereits ausgehandelten Verträge müssten noch unterschrieben werden, sagte eine ThyssenKrupp-Sprecherin. “Bevor der Vertrag in Kraft treten kann, sind aber noch weitere Schritte vorzunehmen“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Abu Dhabi Mar, Iskandar Safa, laut Mitteilung.

“Wir haben einen gordischen Knoten zerschlagen, der uns in den letzten zehn Jahren ärgerte“, sagte Griechenlands Verteidigungsminister Evangelos Venizelos im griechischen Fernsehen. Schon am Vorabend hatte er erklärt, die Verhandlungen seien “hart und schmerzhaft“ gewesen. Das entsprechende Gesetz soll bis Ende September vom Parlament in Athen gebilligt werden.

Die regierenden Sozialisten verfügen über eine bequeme Mehrheit im griechischen Parlament. 2002 hatte der griechische Staat die Werft an die damalige HDW in Kiel verkauft. In den Verträgen gab es eine Klausel, wonach die Werft ohne Zustimmung des griechischen Staates nicht weiterverkauft werden darf - hauptsächlich aus militärischen Gründen.

Athen hatte später dem Wechsel von HDW an ThyssenKrupp zugestimmt. Die Klausel gilt auch jetzt. Aus diesem Grund liefen die Verhandlungen auch mit der Regierung in Athen. Griechenland hat sich bereiterklärt, ein 2006 in Kiel fertiggestelltes U-Boot abzunehmen. Drei weitere U-Boote, die sich in Griechenland im Bau befinden, sollen fertiggestellt werden. Zudem sollen zwei U-Boote einer neueren Baureihe bei HSY in Auftrag gegeben werden.

Die Werft bei Skaramangas nahe Athen beschäftigt rund 1200 Arbeitnehmer. In dem Streit ging es zunächst um den Bau von vier U-Booten im Wert von 2,85 Milliarden Euro. Die griechische Regierung hatte im Jahr 2000 im Voraus fast 80 Prozent des Betrags für den Bau der Boote des Typs 214 gezahlt. Später bemängelte sie die Qualität des Prototyps. Der U-Boot-Typ wurde in der ThyssenKrupp-Werft HDW entwickelt, wo das erste Boot “Papanikolis“ wegen des Streits noch liegt.

dpa

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