LBBerlin: Sparkassen müssen 430 Millionen abschreiben

Hamburg/Berlin - Die Sparkassen müssen einem Bericht der “Financial Times Deutschland“ zufolge 430 Millionen Euro auf ihre Beteiligung an der Landesbank Berlin (LBB) abschreiben.

Diese Anweisung habe die Erwerbsgesellschaft erteilt, über die die Institute die LBB im Sommer 2007 gekauft hätten, schrieb das Blatt am Mittwoch. Die Erwerbsgesellschaft werde maßgeblich vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gelenkt. Ein Sprecher des DSGV dementierte nicht ausdrücklich, sondern sagte nur, Banken hätten generell an Wert verloren. Zu Abschreibungen der Sparkassen nehme er nicht Stellung.

Die Landesbank Berlin gehöre zu den Instituten, die vergleichsweise gut durch die Krise gekommen seien. Der DSGV sei zufrieden mit der Landesbank Berlin und der Berliner Sparkasse. Der DSGV sieht gleichzeitig keinen Zusammenhang mit dem möglichen Kauf der DekaBank durch die Sparkassen. “Die LBB ist ein völlig anderer Fall als der eventuelle Erwerb von Deka-Anteilen durch die Sparkassen“, sagte der Sprecher. “Hier gibt es ein klares Konzept, und wir gehen davon aus, dass eine Entscheidung über die Besitzverhältnisse der Deka bis Ende Februar fällt.“

Das Institut gehört derzeit jeweils zur Hälfte den Landesbanken und Sparkassen. Da LBBW, Bayern LB, WestLB und NordLB ihre Beteiligungen an der Deka-Bank verkaufen wollen oder müssen und einige Sparkassen ihren Anteil aufstocken wollen, zeichnet sich auch hier eine mehrheitliche Übernahme durch die Sparkassen ab. Die Zeitung berichtete weiter, viele Sparkassen hätten ihre LBB-Anteile bereits 2009 auch ohne zentrale Ansage wertkorrigiert, so dass sie nun für 2010 nichts oder nicht mehr die volle Summe abschreiben müssten. Viele Institute könnten die Belastung dank guter Ergebnisse 2010 zudem relativ gut verkraften.

Das treffe aber nicht auf alle Sparkassen zu, zum Beispiel die Sparkasse Köln/Bonn. Sie müsse nun noch einen voraussichtlich niedrigen zweistelligen Millionenbetrag auf die LBB abschreiben. Die mehr als 400 Sparkassen sollen den Wert ihrer Beteiligung an der LBB in ihren Bilanzen 2010 um elf Prozent nach unten korrigieren, berichtete die Zeitung weiter. Inklusive einer stillen Einlage hatten die Sparkassen rund 5,5 Milliarden Euro für die Transaktion gezahlt, davon einen Teil über einen Kredit.

dapd

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