Abgas-Skandal

Müller Favorit als VW-Boss - Entscheidung am Freitag

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Porsche-Chef Matthias Müller wird wohl neuer VW-Chef. Foto: Fredrik von Erichsen

Stuttgart - In der Wolfsburger VW-Zentrale herrscht Krisenstimmung. Wegen des Skandals um manipulierte Diesel-Abgaswerte musste der langjährige Konzernboss Winterkorn seinen Hut nehmen, die Nachfolgesuche lief auf Hochtouren. Fündig geworden ist man nun wohl in Stuttgart.

Porsche-Chef Matthias Müller ist nach Informationen aus Konzernkreisen klarer Favorit für die Nachfolge Martin Winterkorns an der Spitze von Europas größtem Autobauer VW. Der 62-jährige Manager wechselt mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Wolfsburg, wie dpa erfuhr.

Entschieden werden soll die Top-Personalie beim Treffen des Volkswagen-Aufsichtsrats am Freitag. Winterkorn hatte am Mittwoch nach steigendem Druck im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW-Dieselmotoren seinen Hut genommen. Der bisherige Porsche-Produktionsvorstand Oliver Blume (47) habe wiederum sehr gute Karten, Müller als Porsche-Boss zu beerben, hieß es. Offizielle Angaben zu den Personalplänen gab es zunächst nicht.

Vor dem Hintergrund der Krise bei VW kam es zu einer weiteren Veränderung im Porsche-Vorstand: Der für Forschung zuständige Manager Wolfgang Hatz muss gehen, wie aus Konzernkreisen verlautete. Die Porsche AG wollte dies aber nicht bestätigen. Ein Sprecher sagte, zu Personal-Spekulationen äußere man sich nicht.

Müller lenkt den Stuttgarter Autobauer seit 2010, für diese Zeit kann er glänzende Zahlen vorweisen. Porsche hat seither seinen Umsatz, seinen Absatz und die Mitarbeiterzahl fast verdoppelt. Der Sport- und Geländewagenbauer ist neben Audi wichtigster Ertragsbringer von VW.

Zudem gibt es einen weiteren Abgang im Vorstand von Porsche, der aber nichts mit der Diesel-Affäre bei VW zu tun haben soll. Personalvorstand Thomas Edig wird zum 1. Oktober Personalchef bei den leichten VW-Nutzfahrzeugen, wie Porsche in Stuttgart mitteilte. Zuvor hatte sich der Aufsichtsrat der Porsche AG in Wolfsburg getroffen.

Ein Sprecher des Sportwagen-Herstellers sagte, die Personalie habe nichts mit dem Abgasthema bei VW zu tun. Edigs Nachfolger wird der 49-jährige Andreas Haffner, der bisher in Wolfsburg einen auf Führungskräfte spezialisierten Personalbereich geleitet hat.

Porsche

dpa

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