Aufspaltung: Aus „Kraft" wird "Mondelez"

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Jürgen Leiße, Deutschland-Chef von Kraft

Northfield - Einer der größten Lebensmittel-Konzerne der Welt ist in seiner jetzigen Form Geschichte: Kraft Foods. Der Konzern vollzieht eine Aufspaltung in zwei Teile

Die Kunden in Deutschland werden sich an einen neuen Namen im Supermarkt-Regal gewöhnen müssen: Milka-Schokolade, Jacobs-Kaffee, Oreo-Kekse, Miracel-Whip-Salatcreme und viele weitere bekannte Leckereien stammen ab diesem Dienstag nicht mehr vom US-Lebensmittelmulti Kraft Foods, sondern von der Nachfolgefirma Mondelez International. Nur in Nordamerika lebt der altbekannte Name dauerhaft fort. Allerdings dürfte es dauern, bis wirklich auf jeder Verpackung das neue Logo klebt.

Hintergrund ist die vor einem Jahr angestoßene Aufspaltung des Kraft-Konzerns, die nun umgesetzt wird. Aus einem werden zwei Unternehmen: Das eine betreibt das reine Lebensmittelgeschäft im amerikanischen Heimatmarkt und wird Kraft Foods Group heißen. Das andere mit dem Kunstnamen Mondelez übernimmt alle Snacks und Süßwaren und zusätzlich außerhalb Nordamerikas auch Lebensmittel. Das führt dazu, dass Philadelphia-Frischkäse je nach Region mal von dem einen, mal von dem anderen Firmenteil stammt.

Den Plan hatte Konzernchefin Irene Rosenfeld ausgearbeitet. Sie ist der Auffassung, dass sich die beiden Firmenteile getrennt besser entwickeln können, weil sie nun schlanker und wendiger aufgestellt seien. „Kraft Foods als großem Konglomerat fehlte diese Flexibiliät“, sagt Analystin Ildikó Szalai vom Marktforscher Euromonitor. Der US-Lebensmittelmulti mit seinen Dutzenden Marken hatte erst vor zwei Jahren auch noch den britischen Süßwaren-Traditionshersteller Cadbury geschluckt.

Hoffnung auf steigende Gewinne

Die Aktionäre stimmten dem Aufspaltungsplan mit großer Mehrheit zu. Sie erhoffen sich, dass die Gewinne und damit der Kurs steigt. Am Montag nach Börsenschluss in New York sollte die Trennung endgültig vollzogen werden. Ab dann besitzen die bisherigen Anteilseigner sowohl Aktien an der Kraft Foods Group als auch an Mondelez. Die Aktien beider Unternehmen werden an der technologielastigen New Yorker Börse Nasdaq gehandelt.

In Mondelez wird etwa zwei Drittel des Gesamtgeschäfts aufgehen. Die Wortschöpfung setzt sich zusammen aus „Monde“ für „Welt“ in Anlehnung ans Lateinische und „delez“ in Anspielung auf das englische „delicious“ (lecker). Dieser größere Firmenteil wird weiterhin von Irene Rosenfeld geführt. Unklar ist allerdings, ob am Ende alle Marken im Unternehmen verbleiben werden. Vor wenigen Wochen hatte Kraft bereits die Nudel- und Fertiggericht-Marke Mirácoli an den Konkurrenten Mars verkauft.

In Deutschland kommt Wandel erst nächstes Jahr

„Wir hier in Deutschland werden laut Plan erst Ende April 2013 in die Ländergesellschaft des Konzerns Mondelez International umgewandelt“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Jürgen Leiße, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

So könnten die Kosten gering gehalten werden, zum Beispiel können bereits produzierte Verpackungen noch verwendet werden. „Es wird auch keine große Werbekampagne geben.“ Das Logo auf der Bremer Zentrale werde Ende April oder Anfang Mai ausgetauscht.

dpa

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