Kompromiss in drei Ländern

Korruptionsvorwürfe: Airbus einigt sich mit Behörden

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat sich in den Untersuchungen zu Bestechungs- und Korruptionsvorwürfen nach eigenen Angaben in drei Ländern geeinigt. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa
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Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat sich in den Untersuchungen zu Bestechungs- und Korruptionsvorwürfen nach eigenen Angaben in drei Ländern geeinigt. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Untersuchungen zu Korruptionsverdacht belasten Airbus seit langem. Nun ist der Weg für eine Einigung geebnet. Es sind aber noch Hürden zu überwinden.

Amsterdam (dpa) - Airbus hat sich in den Untersuchungen zu Bestechungs- und Korruptionsvorwürfen in drei Ländern auf einen Milliarden schweren Kompromiss geeinigt.

Es gebe einen Grundsatzdeal mit französischen, britischen und US-amerikanischen Behörden, Vorwürfe wegen der Zahlung von Schmiergeld beizulegen. Das teilte der europäische Flugzeugbauer in Amsterdam mit.

Allerdings müssten noch Gerichte in den drei Ländern sowie die US-Regulierungsbehörden die Verständigung genehmigen. An der Börse gingen die Airbus-Aktien mit Gewinnen aus dem Handel. Nach Börsenschluss teilte Airbus mit, dass das Unternehmen vorbehaltlich der Zustimmung durch die Behörden 3,6 Milliarden Euro für etwaige Strafzahlungen zurückstelle.

Gerichtsanhörungen in den drei Ländern wurden laut Airbus für Freitag erwartet. Weitere Details sollten demnach nach Abschluss der Vereinbarung bekanntgegeben werden, hieß es in der Mitteilung.

Die schon seit Jahren laufenden Untersuchungen hatten den Luftfahrtkonzern mit Sitz im französischen Toulouse unter Druck gesetzt. Eine britische Behörde ging dem Verdacht auf Betrug, Bestechung und Korruption bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte nach. Auslöser war eine Selbstanzeige des Unternehmens. Auch die französische Finanz-Staatsanwaltschaft ermittelte.

Die Vorwürfe betreffen nach Angaben vom August 2016 Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Beratern einer «dritten Partei».

Der frühere deutsche Konzernchef Thomas Enders hatte in der Vergangenheit die Mitarbeiter des Luft- und Raumfahrtkonzerns auf die Möglichkeit «erheblicher Strafen» eingestimmt. Schwerwiegende Konsequenzen seien nicht auszuschließen, insbesondere das Risiko erheblicher Geldstrafen, hatte es in einem Brief geheißen, den das französische Internetmagazin «Mediapart» 2017 veröffentlichte.

Airbus vollzog inzwischen einen Führungswechsel. Enders schied aus, seit April vergangenen Jahres amtiert der Franzose Guillaume Faury als sein Nachfolger. Airbus, der Erzrivale des US-Flugzeugbauers Boeing, setzte im vorvergangenen Jahr rund 64 Milliarden Euro um, beschäftigt waren rund 134.000 Menschen.

Bericht "Financial Times" (Engl.)

Mitteilung Airbus (Engl.)

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