Konjunkturaussichten

Konsumwelle beginnt schon vor Weihnachten

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Die Neigung zu größeren Anschaffungen ist gestiegen, sagen die Konsumforscher.

Frankfurt/Main - Im Weihnachtsgeschäft dürften im Einzelhandel auch in diesem Jahr die Kassen kräftig klingeln. Geschenke gehören für die meisten Deutschen ebenso zum Fest wie der Christbaum.

Deutschlands Verbraucher kommen pünktlich zu Weihnachten in Konsumlaune. 285 Euro wollen sie durchschnittlich für Geschenke ausgeben. Das sind zwar drei Euro weniger als im Vorjahr, wie die Marktforscher der Nürnberger GfK am Donnerstag in Frankfurt erklärten. Dennoch könne sich der Handel auf ein Weihnachtsgeschäft mindestens auf Vorjahresniveau freuen, sagte GfK-Experte Wolfgang Adlwarth: „Auch 2014 wird es wieder volle Einkaufswagen zur Weihnachtszeit geben.“

Der Handel darf nach GfK-Berechnungen mit rund 15 Milliarden Euro Umsatz im Geschäft mit Weihnachtsgeschenken rechnen - das wären 1,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahlen basieren auf einer Umfrage unter 4376 Verbrauchern im Alter von 14 bis 75 Jahren.

Beschäftigungsrekord, Arbeitslosenzahlen auf Drei-Jahres-Tief, Flucht in den Konsum angesichts weltweiter Krisen - angesichts dieser Gemengelage hätten die Zahlen durchaus positiver ausfallen können. Adlwarth erklärte, bei Erhebung der Daten Ende Oktober/Anfang November 2014 sei die allgemeine Nachrichtenlage düsterer gewesen.

Inzwischen stieg die Neigung der Verbraucher zu größeren Anschaffungen wieder, wie der jüngste GfK-Konsumklimaindex zeigt. Auch die Erwartungen bezüglich des künftigen Einkommens entwickelten sich positiv. Die Konjunkturaussichten bewerteten die Verbraucher allerdings wieder etwas skeptischer. Dennoch erwarten die GfK-Forscher beim übergreifenden Konsumklimaindex für Dezember zum Vormonat ein Plus von 0,2 Zählern auf 8,7 Punkte.

Zum Fest wollen der GfK-Weihnachtsumfrage zufolge neun von zehn Deutschen (91 Prozent) etwas verschenken, am häufigsten greifen sie zu Büchern, Spielwaren und Parfüm. Inzwischen bestellt jeder zweite (51 Prozent) mindestens ein Geschenk per Internet. „Der Online-Handel wird noch stärker vom Weihnachtsgeschäft profitieren als der stationäre Handel“, sagte Adlwarth.

Die Postbank erwartet im Online-Handel für November und Dezember Umsätze in Höhe von rund zehn Milliarden Euro. Das entspreche gut einem Viertel des gesamten Jahresumsatzes im Online-Geschäft. Auch die Parfümerie- und Buchhandelskette Douglas, die insgesamt optimistisch ins Weihnachtsgeschäft geht, betont die wachsende Bedeutung von E-Commerce: Firmenchef Henning Kreke sagte, im Geschäftsjahr 2013/2014 (30.9.) seien die Erlöse in diesem Bereich stark gestiegen und machten inzwischen rund ein Zehntel des gesamten Geschäfts der Gruppe aus.

„Die Stimmung der Verbraucher lässt auf ein gutes Weihnachtsgeschäft hoffen“, kommentierte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. „Das dürfte gerade auch viele Mittelständler zum Jahresende ein wenig aufatmen lassen.“ Allerdings brauche es für 2015 „noch einiges Mehr an begründeter Zuversicht, um die Durststrecke bei den Investitionen zu beenden“, erklärte Zeuner.

GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl zeige sich zuversichtlich für 2015: „Im Inland stehen die Zeichen auf Grün für eine gute Konsumkonjunktur. Die Risiken liegen im Ausland.“

dpa

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