Konjunktur in China: Dienstleister hui, Industrie pfui

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Näherinnen in einer chinesischen Fabrik. Foto: Stringer

Chinas Unternehmen senden durchwachsene Signale: Der Industrie geht es so schlecht wie seit drei Jahren nicht, dafür nehmen die Dienstleister Fahrt auf. Reicht das, um die Wirtschaft zu stützen?

Peking (dpa) - Die Stimmung in Chinas Wirtschaft entwickelt sich immer weiter auseinander.

Während die Lage in den Industriebetrieben des Landes so angespannt ist wie seit drei Jahren nicht mehr, laufen die Geschäfte der Dienstleister immer besser. Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistikamt in Peking am Dienstag veröffentlich hat.

Der offizielle PMI-Index, der die Stimmung in den Chefetagen von produzierenden Unternehmen misst, fiel im November im Vergleich zum Vormonat von 49,8 auf 49,6 Punkte auf den tiefsten Wert seit 36 Monaten zurück. Werte über der Schwelle von 50 Punkten deuten auf eine positive Stimmung in der Wirtschaft hin, während darunter von einem Abschwung auszugehen ist.

Auch bei kleinen- und mittleren Industrieunternehmen, für die das chinesische Wirtschaftsmagazin "Caixin" monatlich einen separaten PMI-Index ermittelt, hat sich die Lage nicht viel gebessert. Trotz eines leichten Anstiegs bleibt auch ihr PMI-Index mit 48,6 Punkten deutlich unter der Expansionsschwelle.

Die Regierung in Peking hat das Ziel ausgegeben, die Wirtschaft des Landes auf ein neues Fundament zu stellen. Weil das alte Geschäftsmodell des Landes als "Werkbank der Welt" wegen steigender Lohnkosten und einer alternden Gesellschaft nicht mehr funktioniert, sollen die Unternehmen des Landes innovativer werden. Statt durch dreckige Industriebetriebe, soll das Land künftig zudem durch einen starken Servicesektor wachsen. Tatsächlich nahmen die Dienstleister auch im November weiter Fahrt auf. Der offizielle PMI für das nicht-produzierende Gewerbe legte von 53,1 auf 53,6 Punkte zu.

Experten sind jedoch skeptisch, ob die Zugewinne der Dienstleister die drastischen Rückgänge in der Industrie kurzfristig auffangen können. Laut der Analysten Liu-Li Gang und Louis Lam von der australischen ANZ Bank haben die erneut schwachen Industriedaten gezeigt, dass Peking weitere Konjunkturhilfen beschließen müsse. Nur so könne "einer Verlangsamung der Wirtschaft 2016 entgegengewirkt werden". Chinas Wirtschaft war im vergangenen Quartal mit 6,9 Prozent so langsam wie seit sechs Jahren nicht mehr gewachsen.

Deutsche Unternehmen sehen derweil durch die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft kein großes Risiko für ihr Geschäft. Das geht aus einer am Dienstag Veröffentlichten Befragung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie unter 17 ausgewählten "Leitfirmen" hervor. "Das China-Geschäft der deutschen Unternehmen ist robust aufgestellt", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber laut einer Mitteilung.

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