Ob privat oder gesetzlich krankenversichert

Krankenkassen erhöhen: Das können Versicherte tun

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Geld sparen bei der Krankenpolice geht auch mit kleinen Vertragsänderungen.

Die Krankenversicherer brauchen Geld und die Versicherten müssen es bezahlen. Auf die Kunden kommen starke Beitragserhöhungen zu. Wir erklären, wie Sie gegensteuern können.

Das Finanzgerüst des Gesundheitswesens wackelt und die Versicherer überlegen, wie viel Beitragserhöhung sie ihren Versicherten denn wohl zumuten könnten. Herausgekommen sind unterschiedlich hohe Aufschläge bei den Privaten, während sich die gesetzlichen Konkurrenten zwar an der Grenze der Belastbarkeit wähnen, aber bisher die Katze noch im Sack lassen.

Private verlangen bis zu 20 Prozent mehr

Ein Großteil der bekannten Gesellschaften erhöht die Prämien zum Jahreswechsel für die 8,7 Millionen private Krankenversicherten. Die Debeka will durchschnittlich 5 bis 6 Prozent mehr, die DKV gar acht Prozent, die Victoria (ebenso wie die DKV unter dem Dach von „Ergo“) peilt ebenso sechs Prozent Erhöhung an wie die Gothaer, Central etwa 8 Prozent.

Mit drei bis vier Prozent wollen die Allianz, Axa und Signal Iduna ihre Kunden zusätzlich zur Kasse bitten – immer durchschnittlich gesehen.

Für einzelne Tarife kann es allerdings Erhöhungen um bis zu 20 Prozent geben. Die Kostensteigerungen im medizinischen Bereich, aber auch gesetzliche Eingriffe – wie die zwangsweise Einführung des Basistarifs – werden als Gründe dafür angegeben, außerdem die immer längere Lebensdauer der Menschen.

Das können privat Versicherte tun:

  • Wer mit der Erhöhung seines Beitrags nicht einverstanden ist und (!) eine andere Versicherung gefunden hat, die ihn preisgünstiger versichert, der kann seine Police aufkündigen. Die Frist dafür beträgt einen Monat nach Bekanntgabe zum Inkrafttreten der Beitragsanhebung.
  • Unabhängig davon kann das Versicherungsverhältnis jederzeit – regelmäßig mit dreimonatiger Frist – zum Ende eines Versicherungsjahres (was nicht unbedingt mit dem Kalenderjahr übereinstimmen muss) durch Kündigung beendet werden. Wichtig: Spätestens zum Kündigungstermin muss der bisherigen Versicherung die Bestätigung über ein Versicherungsverhältnis beim neuen vorliegen; denn niemand darf mehr ohne Versicherungsschutz sein. Ohne eine solche Bestätigung läuft der alte Vertrag weiter – bis zur nächsten Kündigung. Im Übrigen sind die Versicherer verpflichtet, bei ihnengebildete Alterungsrückstellungen (bezogen auf die für den Basistarif maßgebende Höhe) zum neuen Versicherer „mitzugeben“, sofern der Vertrag erst nach 2008 geschlossen wurde. Für Altfälle gilt das nicht.
  • Drittens: Der Wechsel in einen anderen Tarif mit abgespecktem Leistungsumfang beziehungsweise Herausnahme von Leistungen aus dem gegenwärtigen Tarif (etwa im weit vorgeschrittenen Alter das Krankentagegeld) beziehungsweise die Einräumung oder Erhöhung eines Selbstbehalts.
  • Viertens: Der Wechsel in einen gleichartigen Vertrag, nachdem der Tarif, dem man angehört, „geschlossen“ wurde, also keinen „Nachwuchs“ mehr zugeführt bekommt. In diesem wie dem vorherigen Fall wandert natürlich die volle Alterungsrückstellung (nicht nur die sich aus dem Basistarif ergebende) mit zum modifizierten beziehungsweise neuen Vertrag.
  • Fünftens: Es kann unter Bedingungen in den Basistarif der Gesellschaft (oder eines konkurrierenden Unternehmens) gewechselt werden. Dieser Tarif enthält Leistungen, die denen der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen. Der Höchstbeitrag ist auf den der „GKV“ begrenzt – unabhängig vom Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand.

Auch gesetzliche Kasse erhöht bald

Auch die gesetzlichen Versicherer stöhnen unter der Kostenlast. Zwar hat noch kein Unternehmen konkrete Zahlen genannt, doch ist auch hier damit zu rechnen, dass die Versicherten zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Denn Zusatzbeiträge, die neben den für den Gesundheitsfonds gesetzlich vorgeschriebenen Sätzen bis zu maximal einem Prozent des beitragspflichtigen Entgelts erhoben werden dürfen, sind nur von den Versicherten (Arbeitnehmer, Rentner) zu tragen.

Allerdings könnte sich der Start dafür auf die ersten Monate des Jahres 2010 verschieben. Wahrscheinlicher könnte sein, dass Zusatzbeiträge zunächst als feste Beträge verlangt werden – maximal in Höhe von 8 Euro pro Monat – unabhängig vom Einkommen. Gesetzlich Versicherte können ihren Versicherer wechseln, sobald sie einen Zusatzbeitrag hinnehmen müssten oder Leistungen gemindert werden.

Beispiel: Der Zusatzbeitrag soll kommen ab Februar 2010. Die Mitteilung darüber muss bis spätestens 15. Februar 2010 beim Versicherten sein. Die Kündigung ist möglich bis zum 15. März 2010 – rückwirkend zum 1. Februar 2010. Das klingt unlogisch, ist aber so. Auch hier ist Bedingung, dass der bisherigen Krankenkasse die Bestätigung einer anderen vorliegt, dass dort die Versicherung begründet wurde.

Wichtig: Wer bei seiner Krankenkasse einen Wahltarif abgeschlossen hat, etwa als „Kostenerstatter“, der ist daran bis zu drei Jahre gebunden, kann also nicht wechseln, wenn das in der Satzung so vorgesehen ist.

Wolfgang Büser und Maik Heitmann

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