Karstadt: Weiter Angst um die Arbeitsplätze

Die Zukunft von Karstadt ist weiter unklar.

Essen - Die 25 000 Beschäftigten der Warenhauskette Karstadt müssen weiter um ihre Arbeitsplätze bangen. Die Frist für eine Einigung verstrich, ohne dass eine Einigung über neue Mietkonditionen erzielt wurde.

Die Zukunft des Traditionskonzerns bleibt damit weiter ungewiss. Das Amtgericht Essen muss nun am Dienstag darüber entscheiden, ob es den Verhandlungsparteien noch einmal mehr Zeit für ihre Gespräche einräumt. Ohne diesen Aufschub droht dem Unternehmen die Zerschlagung. Dennoch gingen die Beteiligten am Montag davon aus, dass das Gericht voraussichtlich die Frist für eine Einigung noch einmal bis Anfang September verlängern werde.

Der Aufschub um fast einen Monat sei schon deshalb nötig, weil vor einer möglichen Einigung die Anleihegläubiger von Highstreet einem gefundenen Kompromiss zustimmen müssten und für die Einladung eine Frist von 21 Tagen einzuhalten sei, hieß es. Trotz der bislang ausgesprochen zäh verlaufenden Verhandlungen signalisierten beide Seiten ihre Zuversicht, dass es auf den letzten Metern doch noch gelingen werde, einen Kompromiss zu erreichen und so die Zukunft des Warenhauskonzerns zu sichern.

und Kaufhof

Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane sprach sich unterdessen gegen eine mögliche Zusammenlegung der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof aus. “Ein Zusammenfügen von Kaufhof und Karstadt würde im zweistelligen Bereich Arbeitsplätze kosten und zwar Arbeitsplätze, die in der Regel ordentliche Arbeitsplätze sind, die tarifgebunden sind“, sagte Mönig-Raane am Montag im Sender SWR2. Die einzigen, die dadurch einen Vorteil erhielten, seien Anleger, die eventuell eine bessere Rendite machten. “Den Preis zahlen die Beschäftigten und letztlich auch die Kunden, weil es heißt, dass Metro keinesfalls alle Karstadt-Häuser übernehmen würde und auch nicht alle Kaufhöfe offen lassen würde“, fügte die stellvertretende ver.di-Chefin hinzu.

Metro weiterhin interessiert

Eckhard Cordes, der Chef des Handelskonzerns Metro, zu dem auch Kaufhof gehört, hatte am Wochenende angekündigt, den Kampf um Karstadt fortführen zu wollen. Er sei weiterhin an der Warenhauskette interessiert, um sie mit Metros Kaufhausmarke Kaufhof zusammenzulegen, sagte er der “Welt am Sonntag“. “Eine gute Lösung ist der Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt. Die Marktanteile der Warenhäuser am deutschen Einzelhandel sinken seit Jahren, der Markt ist nicht groß genug für zwei“, sagte Cordes. Schon vor der Insolvenz von Karstadt im Juni 2009 hatte Metro versucht, die besten Standorte des Essener Konkurrenten zu übernehmen.

ap

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