Karstadt-Häuser schreiben Gewinne

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Die Karstadt-Häuser machen zu Beginn dieses Jahres Gewinn.

Essen - Die Konzernmutter Arcandor ist insolvent, doch den Karstadt-Kaufhäusern geht es offenbar besser als gedacht. Bei Quelle sieht es allerdings nicht gut aus.

Nach Informationen der “Financial Times Deutschland“ schreibt die Sparte im ersten Halbjahr des bis März laufenden Geschäftsjahrs mit einem operativen Gewinn von 7 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen. Im gesamten vorigen Geschäftsjahr hatte Karstadt operativ einen Verlust von 272 Millionen Euro erlitten.

Weniger gut sieht es jedoch bei dem unter Primondo zusammengefassten Versandhandel mit der Hauptmarke Quelle aus. Ein Konzern-Sprecher wollte die Zahlen nicht kommentieren. Für den Gesamtkonzern sei die Gesundung der Warenhäuser ein wichtiges Argument, um eine rasche Zerschlagung und Abwicklung abzuwenden, schrieb das Blatt.

Der Generalbevollmächtigte Horst Piepenburg arbeitet an einem Plan zur Fortführung des insolventen Unternehmens. In den nächsten Tagen wolle er Gläubiger und Insolvenzgericht von seinem Konzept überzeugen. Dafür müsse er belegen, dass es gute Aussichten für ein abgespecktes Gesamtunternehmen gebe. Wann es zu weiteren Gesprächen mit dem Konkurrenten Metro zur möglichen Übernahme der Karstadt-Filialen kommen könnte, sei derzeit noch völlig unklar, sagte Konzernsprecher Gerd Koslowski am Freitag.

Nach dem Insolvenzantrag am Dienstag hatte das Essener Unternehmen die Pläne für den Verkauf der Warenhauskette Karstadt an Metro wieder grundsätzlich infrage gestellt. Für den Insolvenzverwalter stehe nun erst einmal ein Prozess der Klärung, Sondierung und Sortierung an, sagte Koslowski.

Positiver Trend bei Karstadt

Die neuen Geschäftszahlen des insolventen Konzerns gehen laut “FTD“ aus dem Gutachten über den gescheiterten Bürgschaftsantrag des Unternehmens hervor. “Bezogen auf die Umsatzrendite zeigt sich bei Karstadt ein klar positiver Trend“, heiße es in dem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC). Ihre Skepsis bezüglich der Kreditbürgschaft über 650 Millionen Euro hätten die Wirtschaftsprüfer vor allem mit dem fehlenden Kapitalpuffer begründet. Der Konzern will die Resultate erst am 18. Juni veröffentlichen.

Im zweiten operativen Kerngeschäft Arcandors, dem unter Primondo zusammengefassten Versandhandel mit der Hauptmarke Quelle, sieht es dem Bericht zufolge schlechter aus. Allein in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs sei ein operativer Verlust von 57 Millionen Euro aufgelaufen. Konzern-Sprecher Koslowski erklärte, Quelle liege im bereinigten Ergebnis besser als im Vorjahr und sei positiv. Schwächen gebe es bei einzelnen Spezialversendern, die insbesondere ältere Kundengruppen ansprächen. Zwtl: Keine Tabus Ver.di-Vizechefin Margret Mönig-Raane bekräftigte unterdessen, wichtig sei, möglichst viele Arbeitsplätze mit einer möglichst guten Perspektive zu erhalten.

Es werde “sehr gründlich“ geprüft, “mit welchem Konzept unser Ziel am besten zu erreichen ist“, sagte sie der “Frankfurter Rundschau“. Dabei gebe es keine Tabus. Arcandor hatte Anfang der Woche Insolvenz anmelden müssen, nachdem die Bundesregierung Staatshilfen für den maroden Konzern abgelehnt hatte. Betroffen sind insgesamt 43.000 Arbeitsplätze beim Mutterkonzern, aber auch bei den Tochterunternehmen Karstadt und Quelle. Interesse an Teilen von Arcandor hat auch der Handelskonzern Otto signalisiert. Dabei geht es um Karstadt Sports oder die Spezialversendern wie Baby-Walz oder Hessnatur, die nicht Teil der Insolvenz sind. Kein Interesse gebe es dagegen an Quelle. Verhandlungen oder Gespräche laufen dem Konzern zufolge derzeit aber nicht.

AP

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